Westlicher Breisgau

Evangelische und katholische Kirchengemeinden wollen enger zusammenarbeiten

Claudia Bachmann-Goronzy

Von Claudia Bachmann-Goronzy

Fr, 14. Juni 2019 um 13:30 Uhr

March

Migration, Digitalisierung, Strukturwandel: Die Kirchen stehen vor Herausforderungen. Darum haben Vertreter beider Konfessionen die Rahmenvereinbarung im westlichen Breisgau erneuert.

Bei einem ökumenischen Gottesdienst wurde nun in Hugstetten die Erneuerung der entsprechenden ökumenischen Rahmenvereinbarung zwischen der Seelsorgeeinheit March-Gottenheim und den evangelischen Kirchengemeinden Bötzingen-Gottenheim, Eichstetten, March und Umkirch unterschrieben.

Gemeinsam wollen die Kirchengemeinden stärker auftreten

Die "Rahmenvereinbarung für ökumenische Partnerschaften zwischen evangelischen Pfarrgemeinden und katholischen Pfarreien" wurde bereits am 27. Mai 2004 von Erzbischof Robert Zollitsch für die Erzdiözese Freiburg und Landesbischof Ulrich Fischer für die Evangelische Landeskirche in Baden unterzeichnet.

Basis dafür war die beim ökumenischen Kirchentag in Berlin im Jahr 2003 gestaltete "Charta Oecumenica – Leitlinien für die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Europa", die verbindliche Vereinbarungen zwischen Pfarrgemeinden der Landeskirche und der Erzdiözese anregte. Hintergrund für diese Vereinbarungen – bis Ende 2016 wurden immerhin 110 solcher Kooperationen unterzeichnet – ist die bessere Zusammenarbeit in unterschiedlichen Bereichen, um gemeinsam stärker auftreten zu können. "Globale Herausforderung wie Migration, Klimawandel, Digitalisierung, Strukturwandel in den Regionen und weitere politisch und ethische Fragen fordern ein gemeinsames öffentliches Zeugnis der christlichen Kirchen und ökumenische Fortschritte", heißt es im Vorwort. Sowohl langer Atem als auch ökumenische Leidenschaft seien gefragt, um Bewährtes zu bewahren und neue Schritte zu wagen.

Erneuerung der Rahmenvereinbarung war notwendig geworden

Die Erneuerung der Rahmenvereinbarung war aufgrund der Erweiterung der katholischen Seelsorgeeinheit notwendig geworden. Bislang war die Vereinbarung nur zwischen der evangelischen Kirchengemeinde March und der Seelsorgeeinheit March geschlossen. Aufgrund des Zusammenschlusses zur neuen Seelsorgeeinheit March-Gottenheim, mit den Marchorten (Hugstetten, Neuershausen, Buchheim und Holzhausen) sowie Gottenheim, Umkirch, Eichstetten und Bötzingen war die Erneuerung der Rahmenvereinbarung notwendig geworden. Für das Gebiet der katholischen Seelsorgeeinheit wurden auch die evangelischen Kirchengemeinden miteinbezogen, um in allen Dörfern künftig ökumenisch, bedingt verpflichtend, zusammenzuarbeiten.

In der Vereinbarung verpflichten sich alle Unterzeichner, "auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu handeln, wo die rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe des Glaubens dem entgegenstehen", heißt es in dem Papier, in dem die gemeinsamen Aktionen wie Einschulungs- und sonstige Gottesdienste für jeden Ort festgehalten sind. Explizit festgehalten ist außerdem, dass der Pfingstmontag sowie der Weltgebetstag möglichst gemeinsam gefeiert werden sollen, mit Gottesdienst in wechselnden Kirchen und Orten.

Pastorale Zusammenarbeit soll vertieft werden

Neben Gottesdiensten ist auch das pastorale Zusammenwirken "nach innen" mit beispielsweise ökumenischen Dienstgesprächen oder auch ökumenischen Treffen der jeweiligen Kirchenvertreter festgehalten. Nach außen möchten die Kirchen unter anderem gemeinsam in der ökumenischen Nachbarschaftshilfe und Erwachsenenbildung zusammenarbeiten. Auch in der kirchlichen Sozialstation will man gemeinsam handeln, über Aktionen und Vorträge Absprachen treffen.

Mit dieser Vereinbarung soll das gewachsene Miteinander noch verbindlicher werden, da sich alle Beteiligten verpflichten, dieses auch weiterhin zu fördern und zu entwickeln. Die Vereinbarung wurde von Pfarrern und Pfarrerinnen der Kirchen sowie Vertretern der Kirchengemeinderäte unterzeichnet.

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