Marotten zu Papier gebracht

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Mo, 22. Juli 2019

Schliengen

Cartoons von Peter Gaymann sind im Weingut Lämmlin-Schindler in Mauchen zu sehen.

SCHLIENGEN-MAUCHEN. Wieder einmal war Karikaturist Peter Gaymann zu Gast bei der Vernissage des Hoffestes im Weingut Lämmlin-Schindler und erneut hatte der gebürtige Freiburger, der nun am Starnberger See lebt, einen satirischen oder ganz einfach witzigen Blick auf Marotten seiner Mitmenschen geworfen. "Trüffelschweine und Naschkatzen" heißt sein neuestes Buch. Gaymanns berühmte Hühner sind aber nicht außen vor, sondern bevölkern als liebevoll gezeichnetes Beiwerk in den Cartoons.

Fast 30 Gaymann-Drucke und Originale sind vier Wochen bei Lämmlin-Schindler ausgestellt und verkäuflich. Viele davon stammen aus dem neuen Buch. Gaymann hat sich natürlich auch zum Wein so seine Gedanken gemacht – genial die Zeichnung mit dem Titel "Der schön gedeckte Tisch". Darauf steht kunstvoll aufgerichtet ein Turm aus Weinflaschen vor Tellern und Gläsern – vor dem Turm liegt ein Korkenzieher. Beobachtungen zu Öko-Verfechtern auf den Wochenmärkten, die Qual der Wahl für den Verbraucher, dem 250 Senfsorten immer noch nicht genügen, oder dem Weinqualität liebenden Geistlichen, der den billigen Olivenölkauf gestehenden Sünder gleich zur Buße auf Knien rutschend bis in die Toskana schickt – die unterschiedlichsten Typen finden sich zielsicher portraitiert. Kuratiert hat die Ausstellung wie immer der Markgräfler Wolfgang Baaske.

Gaymann war zum sechsten Mal vor Ort, wie Heidi Schwarz-Schindler gegenüber den vielen Gästen betonte. Angefangen hatte alles 2005 mit den blauen Hühnern. Davon stehen mehrere Skulpturen im Markgräflerland, zwei im Weingut.

Gaymann ließ es sich nicht nehmen, zu berichten, dass er immer gerne nach Auggen käme, wenn "die beiden legendären Heidis – Heidi Schwarz-Schindler und ihre Mitarbeiterin Heidi Breitenfeld – rufen". Eigene Erlebnisse führten ihn zu Karikaturen, erklärte er. Wie etwa die Szene in einer Kölner Kneipe und die Frage, woher denn der Spätburgunder stamme. "Die Bedienung hat mir und meiner Frau geantwortet ‚Aus dem Supermarkt‘."

Im Anschluss an die Buchvorstellung signierte Gaymann Bücher und Kunstwerke mit persönlichen Widmungen – und eigens gezeichneten Hühnern, bevor das Gabelmenu aus dem Gasthaus Krone serviert wurde. Wein und Sekt zu verkosten gab es natürlich auch.

Unter den Weinen hob Gerd Schindler unter anderem einen 2017er trockenen Grauburgunder hervor, der "Großes Gold" beim internationalen Bioweinpreis holte. "Für immer mehr Verbraucher werden ökologisch erzeugte Weine interessant, da spreche ich auch für viele Winzerkollegen", gab er als Information weiter.

Das Ende der Hoffesttage beim Weingut Lämmlin-Schindler bildet die Vorstellung der Kulissebürzler – Alemannische Mundart am Montag, 22. Juli, 20 Uhr, Premiere des neuen Theaterstückes, Einlass ab 18.30 Uhr.