Mehrere Baustellen und Pläne für Neues

Manfred Frietsch und Horst David

Von Manfred Frietsch & Horst David

Di, 05. Januar 2021

Bötzingen

2020 BÖTZINGEN: Rathausgärten und Tempo 30 machen den Anfang einer geordneten Umgestaltung im Ortskern.

. Von Erschöpfung keine Spur: Nach dem großen Jubiläumsjahr 1250 Jahre Bötzingen mit seinen vielen Dutzend großen und kleinen Veranstaltungen, Festen und Aktionen ging die Kaiserstuhlgemeinde mit viel Schwung ins junge Jahr 2020. Es sollte natürlich, wie jedes gerade Kalenderjahr, mit dem Dorf- und Weinfest im September seinen eigenen Höhepunkt finden. Doch dann durchkreuzte ein kleines fieses Virus alle schönen Pläne.

Es reichte nicht einmal mehr zu "Currywurst mit Pommes": Das Boulevardtheater Zungenschlag hatte das so betitelte Menü bühnenfertig angerichtet, nur um zwei Tage vor der Premiere Mitte März wieder alles abräumen zu müssen. So ging es dann fast das ganze Jahr weiter: kein kulturelles Frühlingserwachen, keine Kulturtage im Herbst, kein Weihnachtszauber im Advent. Wenigstens waren Teile des Sommerferienprogrammes zu retten und es gab, klein aber fein, Kulturelles, so etwa im Familienstall.

Deutlich lebhafter ging es auf den Baustellen in der Gemeinde zu. Die Erweiterung des Gemeindekindergartens im Ried als größtes kommunales Bauvorhaben mit 2,8 Millionen Euro soll bis Februar 2021 abgeschlossen sein. Unweit davon hat die Firma SMP, größter industrieller Arbeitgeber im Landkreis, den Zwillingsbau seiner neuen Hauptverwaltung hochgezogen. Noch vor Weihnachten begann der Umzug der Mitarbeiter, die künftig von hier aus alle übergreifenden und zentralen Aufgaben des weltweit operierenden Automobilzulieferers bearbeiten.

Schon im März war der Neubau in den Rathausgärten so weit gediehen, dass dort die Tagespflege der Sozialstation eröffnen konnte, wenn auch zunächst nur im Notbetrieb. Einige Wochen darauf zog auch die Polizei in ihren neuen Postenräume dort ein. Wegen der Pandemie ging alles ohne Feiern vonstatten. Dass der dort geplante Verbindungsweg zwischen Bergstraße und Rathausplatz nicht auch, wie fest vorgesehen, fertig wurde, ist nicht der Pandemie, sondern der Uneinigkeit zwischen der Gemeinde und dem dortigen Anlieger zuzuschreiben.

In der frisch sanierten Bergstraße selbst gilt nun seit dem Herbst Tempo 30, wie auch auf den anderen Ortsdurchfahrten, bis auf das äußere Stück der Hauptstraße und die Neuershauser Straße. Der ruhende Verkehr wurde verbessert mit Parkraumeinzeichnung in Teilen der Hauptstraße. Ein Parkraumkonzept wurde beauftragt und ein Gemeindevollzugsbeamter trat sein Amt an. Der ein oder andere Bötzinger hat dies wohl erst mitbekommen, als er eine entsprechende Grußbotschaft am Scheibenwischer seines fahrbaren Untersatzes vorfand.

Ersatzverkehr mit Bussen gab es wegen nachgeholter Weichenarbeiten am Bahnhof. Mit Weichenstellungen befasste sich auch der Rat. Er beschloss ein Konzept für den Breitbandausbau und einen Architektenwettbewerb für die Umgestaltung der Hauptstraße und den Einstieg in die zweite Runde der Ortskernsanierung. Das Interesse der Anlieger an dem bis ins nächste Jahrzehnt laufenden Programm, das staatliche Zuschüsse für eine Modernisierung von baulichem Altbestand verspricht, ist groß.

Dass es Bereitschaft gibt, die Entwicklung der Gemeinde aktiv mitzugestalten, zeigt die Gründung eines Vereins "Gemeinsam für Morgen". Er will sich vor allem Themen des Umweltschutzes und des Zusammenlebens widmen.