AUCH DAS NOCH: Jugendsprache geht anders

Felix Lieschke

Von Felix Lieschke

Fr, 17. Mai 2019

Kolumnen (Sonstige)

Ab einem bestimmten Alter versteht man Jugendliche nicht mehr – so sehr man es auch will. Stichworte: Lauch, Ehrenmann, lindnern. Oder der Kleidungsstil. Waren Jogginghosen früher nicht ausschließlich in den eigenen vier Wänden vorgesehen? Der Versuch mitzuhalten und ewig jung zu bleiben, ist zum Scheitern verurteilt. Das musste eine 33-jährige CDU-Gemeinderatskandidatin in Teningen nun schmerzlich erfahren, als sie ein Handyvideo von sich in einer Whatsapp-Gruppe für Jugendliche veröffentlichte. Ihr Ziel: Jugendliche an die Urne und sich selbst in den Gemeinderat bringen. Ihr Mittel: Amtierende Gemeinderäte in vermeintlicher Jugendsprache als "Sesselfurzer" und "irgendwelche Doktoren mit einem Stock im Arsch" diskreditieren. Dass die Jugendsprache keine war, war nur den Jugendlichen klar. Die Kandidatin wurde abgestraft. In der Gruppe sei es still geworden, sagt sie. Während die Jugendlichen sich wieder mit sich selbst beschäftigen, muss sie sich mit den Erwachsenen rumschlagen und sich überall für das Video entschuldigen. Ihr ist die ganze Sache jetzt "mehr als unangenehm".