Jumelage Ihringen – Ruhpolding

RHEINGEFLÜSTER: "Feierbiester", die sich mögen

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Sa, 19. Oktober 2019

Ihringen

Es gibt viele Städtepartnerschaften, die existieren vor allem auf dem Papier. Ab und an trifft man sich mehr oder weniger halbherzig, weil vor etlichen Jahren eine Jumelage vereinbart worden ist. Bei Ihringen und dem bayerischen Ruhpolding ist dies zum Glück anders, obwohl die Ihringer vorzugsweise Wein und die Ruhpoldinger eher Bier trinken. Diesen Kulturschock haben aber sowohl die Kaiserstühler als auch die Bayern recht schnell verdaut und darüber hinaus festgestellt, dass man sich eigentlich ganz gerne mag. Dabei spielt sicherlich eine nicht zu unterschätzende Rolle, dass – um ein Wort eines bekannten früheren Trainers einer noch bekannteren bayerischen Fußballmannschaft zu gebrauchen – es in beiden Gemeinden viele "Feierbiester" gibt. Und beim Feiern, so ist der Mensch glücklicherweise veranlagt, werden viele Glückshormone ausgeschüttet. Vor immerhin schon 40 Jahren haben engagierte Personen aus beiden Kommunen den Grundstein für die Partnerschaft gelegt. Dass jetzt zur Feier dieses Jubiläums 330 (!) Ihringer in sechs Bussen ins immerhin über 500 Kilometer entfernte Ruhpolding gefahren sind, verdeutlicht, dass man sich schätzt und darauf freut, das Gegenüber wieder einmal zu treffen. Wer in Ruhpolding dabei war, schwärmt noch heute von den vielen schönen Programmpunkten. Nächstes Jahr wird in Ihringen gefeiert und es ist davon auszugehen, dass es dann ebenso feucht-fröhlich zugehen wird. Allerdings mit einem gravierenden Unterschied: Während in Ruhpolding viel Gerstensaft die Kehlen hinunter floss, wird es 2020 in Ihringen hauptsächlich Kaiserstühler Wein sein. Bei aller Liebe: So viel Unterschied muss dann doch sein!