FRAGEN SIE NUR!: Auf Safari in der Milchstraße

Michael Heilemann

Von Michael Heilemann

Sa, 16. November 2019

Fragen Sie nur

Wie kann man Schwarze Löcher beobachten? Sie sind doch schwarz.

Bei Schwarzen Löchern, sagt Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, ist es wie bei Löwen in der Savanne. Direkt sieht man sie nicht, weil sie gut getarnt sind. Aber dass sie da sind, lässt sich aus dem Verhalten der anderen Tiere schließen. Womit wir bei der Astrophysik wären. Schwarze Löcher mit ihrer ungeheuren Masse auf kleinstem Raum, die alles Licht verschlucken, zwingen die Sterne um sie herum auf Umlaufbahnen. "Nur durch solche Schwerkraftmonster lassen sich die Umlaufbahnen von Sternen im Zentrum der Milchstraße erklären", sagt Gillessen. Ein Schwarzes Loch mit der Anziehungskraft von mehr als vier Millionen Sonnenmassen lauert dort. Und – womit wir wieder bei der Savanne wären – Schwarze Löcher verraten sich auch, wenn sie etwas futtern. Wenn zum Beispiel ein Stern darin verschwindet. Gillessen: "Er wird nicht wie in einem Staubsauger verschluckt, sondern vorher auseinandergerissen und zerrieben. Dabei erhitzt er sich sehr stark und es entsteht Röntgenstrahlung, die die Umgebung des Schwarzen Lochs hell aufleuchten lässt. "

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