BZ-Alltagswissen

Warum verändern blaue Flecken mit der Zeit die Farbe?

Johanna Jacobs

Von Johanna Jacobs

Mi, 18. März 2020 um 12:01 Uhr

Bildung & Wissen

Erst rot, dann blau, später gelb und grün: Ein "blauer Fleck" verändert seine Farbe über die Wochen. Warum tut er das – und wie entsteht er überhaupt?

"Ein blauer Fleck ist ein Bluterguss unter der Haut und tritt dann auf, wenn es, etwa durch einen Stoß oder Sturz, zu einer Verletzung eines Blutgefäßes kommt und das austretende Blut nicht wie bei einer offenen Wunde nach außen abfließen kann", erklärt Jürgen Heinz, Leiter der Gerinnungsambulanz der Universitätsklinik Freiburg.

Das Blut sammelt sich dann im umliegenden Gewebe und ist als "blauer Fleck" sichtbar. Heinz: "In der Akutphase erscheint der Fleck übrigens erst einmal rot – entsprechend der Farbe des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin." Schnell wird im Bereich des verletzten Blutgefäßes und des Blutergusses das Blutgerinnungssystem aktiv, so dass die Blutung gestoppt und der Bluterguss nach und nach beseitigt wird.

Der rote Blutfarbstoff wird über mehrere andersfarbige Zwischenprodukte abgebaut, die jeder Heilungsphase ihren typischen Schimmer schenken. Nach zwei bis drei Wochen hat der Körper in der Regel sämtliche Blutbestandteile zerlegt und entsorgt: Der Fleck ist weg. "Eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken sollte weiter abgeklärt werden, es sei denn, sie ist lediglich durch die Einnahme blutverdünnender Medikamente verursacht", rät Heinz.
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