Smartphone Messenger

MOMENT MAL: Bing, bing, bing, bing

Sonja Zellmann

Von Sonja Zellmann

Mo, 13. Mai 2019

Liebe & Familie

Telefonieren ist ja heute nicht mehr so in. Nicht nur die Jungen schreiben sich alles und jedes. Auch Leute, die Wählscheibentelefone und "Ist-das-auch-ein-günstiges-Ortsgespräch?"-Fragen noch aus ihrem eigenen Leben kennen, gehen mehr und mehr dazu über, sich ausschließlich Nachrichten zu senden. Doch was leicht aussieht – Text verfassen, abschicken – entpuppte sich neulich in einer Party-Küchendiskussion als höhere Wissenschaft: Wie bringe ich meine Nachricht so an den Adressaten, dass sie dem auch genehm ist? "Die schreibt immer so lange Dinger – da kann sie ja gleich ’ne E-Mail schicken", hieß es da. Oder: "Ich hab’ eine Freundin, die klickt nach jedem Halbsatz auf Abschicken. Und dann: bing, bing, bing, bing. Das nervt voll." Kollektives Nicken. Jeder kennt diese Zwei-Wort-Nachrichten im Zehnerpack. Lerne also: Zur Sicherheit lieber mittellang texten! Doch das ist ja längst nicht alles. Schließlich gibt es noch die Variante der Sprachnachricht. Ergebnis der Küchendiskussion: Man hasst sie oder man liebt sie. Oder man liebt es, sie zu verschicken – so praktisch, denn es geht so schnell –, und und hasst es, sie zu erhalten: Wann soll man die denn anhören? Wo ja mancher Absender gern ins Labern gerät (so schön praktisch, siehe oben). Und schon ist hier kein Platz mehr und wir haben noch gar nicht über das Versenden unlustiger Witzfotos geredet. Aber nein: Trotzdem war früher nicht alles besser.