Dunkle Jahreszeit

STADTBRILLE: Suche nach Erleuchtung

André Hönig

Von André Hönig

Sa, 02. November 2019

Schopfheim

Es sind finstere Tage angebrochen. Wir meinen natürlich die Winterzeit. Wobei böse Zungen behaupten, dass es gut zusammenpasst, wenn sich die Stadt und der Gemeinderat gerade dann, wenn es duster wird, über den Haushalt für das kommende Jahr Gedanken machen. Jetzt im "traurigen Monat November" (Heinrich Heine). Haben sich die Finanzaussichten im Vergleich zu den Vorjahren verdüstert. Aber wir wollen noch nicht schwarzmalen. Auch weil wir die tatsächlichen Zahlen noch gar nicht kennen. Findet doch die erste und weichenstellende Vorberatung seit Jahren – anders als früher – verborgen vom Licht der Öffentlichkeit statt. Daher tappen wir da ähnlich im Dunkeln wie beim Autofahren, wenn uns wieder ein entgegenkommendes Fahrzeug mit ultramodernem LED-Scheinwerfer nach einem kurzen blendenden Erlebnis einen mehrsekündigen Blindflug beschert. Andererseits zeigt das: Erleuchtung findet sich oft unverhofft. Und das lässt uns mit Blick auf die Etatberatung hoffen. Darauf, dass sich viele helle Köpfe auf den Pfad der Erleuchtung begeben (nicht zu verwechseln mit der peruanischen Rebellengruppe "Leuchtender Pfad") und ein Haushalt herauskommt, der zwar auch Gestaltung zulässt. Der aber dennoch nicht Sparzwänge ausblendet oder wie manches Vorgängerwerk über die wahre Situation hinweg blendet. Darauf würden wir hellauf begeistert anstoßen – aus Spargründen natürlich nicht mit Schampus. Ein Glas "Helles" tut’s auch.