Der SC-Freiburg in der Saison 2019 /2020

STANDPUNKT: Chance und Gefahr zugleich

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

So, 17. November 2019

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Tabellenplatz 4, 21 Punkte aus elf Spielen, nur zwei Niederlagen: Nach einem knappen Saisondrittel besitzt der SC Freiburg eine ausgezeichnete Ausgangsposition, um auch in der nächsten Spielzeit – der voraussichtlich ersten im neuen Stadion im Freiburger Westen – wieder erstklassig zu sein. Ist darüber hinaus die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb realistisch, gar in der Champions League? Oder ist man an der Dreisam besser beraten, weiterhin nach unten zu schauen?
Mainz, Paderborn, Augsburg, Düsseldorf: Der Saisonstart mit vielen Gegnern, denen ein Dasein im unteren Tabellendrittel prognostiziert wurde, wird gerne als Erklärung für die positive Bilanz herangezogen. Doch dieser Start hätte ganz schön nach hinten losgehen können, wenn das Team von Trainer Christian Streich schlecht aus den Puschen gekommen wäre. Die Qualität der Mannschaft in dieser Saison bestand nicht zuletzt darin, enge Partien zu überstehen, oft war auch ein Quäntchen Glück dabei. Mainz, Paderborn, Dortmund, Bremen: Mehrfach brachten die Mannschaften, die dem SC Freiburg gegenüberstanden, die Mannen von Christian Streich phasenweise gehörig ins Schwimmen. Und doch sprang für den SC aus all diesen Spielen am Ende zumindest ein Punkt heraus.
Nach den starken Leistungen von Ersatzkeeper Mark Flekken hat der SC nun sogar im Tor die Qual der Wahl, in der Abwehr scheint sich mit Dominique Heintz, Philipp Lienhart und Robin Koch eine stabile Formation gefunden zu haben, über Außen erzeugen Jonathan Schmid und Christian Günter Druck nach vorne, wo in jüngster Zeit Nils Petersen wieder trifft. Beträchtlich ist zudem derzeit die Anzahl der Spieler mit Perspektive, die hinter der ersten Elf wartet.
Also Klassenerhalt im Mai 2020 gesichert? Der Journalist mag schon angesichts des ordentlichen Polsters zu einem so frühen Zeitpunkt grünes Licht erteilen. Allen Verantwortlichen ist nachzusehen, wenn sie weiter lieber warnen. Die Liga ist ausgeglichen wie vielleicht noch nie, das ist Chance und Gefahr zugleich für Freiburg. Gleich fünf Auswärtsbegegnungen stehen nun zwei Heimspielen in den nächsten sieben Punktspielen gegenüber, den ersten Rückrundenspieltag mitgerechnet. Darunter Reisen nach Leverkusen, Mönchengladbach und auf Schalke. Dass der SC Freiburg danach immer noch punktgleich mit Bayern und Leipzig ist, dürften nur kühne Optimisten erwarten. Falls ja, kann wirklich von den ersten internationalen Partien in der Arena am Wolfswinkel geträumt werden.