Klimaschutz

Auch die Nachkommen haben ein Recht auf Leben

Helmut Monreal

Von Helmut Monreal (Badenweiler)

Mi, 09. Oktober 2019

Leserbriefe

Zu: "Positiver Verzicht", Agenturmeldung (Aus aller Welt, 20. September)

In dieser Kurznachricht wird Reinhold Messner mit einigen Ausführungen zur Klimaproblematik zitiert, die es in sich haben. Ich möchte nur auf vier schlichte Worte eines Halbsatzes dieses Textes eingehen, die da lauten: "Wir sind zu viele...". Ich glaube, dass der philosophierende Bergsteiger Messner sich bei dieser Äußerung selbst nicht darüber im Klaren war, welche außerordentliche Bedeutung sich hinter diesen vier kleinen Worten verbirgt. Sie beschreiben nicht mehr und nicht weniger als die Brisanz der Situation, in die sich die Gattung Homo sapiens durch ihre ungehemmte Vermehrung gebracht hat, ganz zu schweigen von dem, was die Zukunft noch bringen wird.

Messner wird weiter zitiert mit der Äußerung, er sehe für die Welt "relativ schwarz" und empfiehlt den Konsumverzicht zur Eindämmung des Ressourcenverbrauchs. Die Erfahrung lehrt aber, dass man mit Ermahnungen nicht weit kommt. Aufklärung, Konfrontation mit der Wirklichkeit, kurz, eine auf fundiertem Wissen basierende Bewusstseinsbildung ist wirksamer, als es lauwarme Gemeinplätze sind. Hierzu gehört, dass man die Auswirkungen der maßlosen Bevölkerungsvermehrung nicht auf die Frage nach der möglichen Ernährung reduzieren darf, sondern dass Menschen ja auch noch andere Bedürfnisse haben.

Ganz besonders fällt die geäußerte Sorge um "Kinder und Enkel" auf, als wenn es damit schon getan wäre. Ich möchte aber, dass der Homo sapiens auch noch nach Tausenden von Generationen eine wunderbare Welt erleben kann, wie wir sie derzeit noch haben. Denn diese unbekannten Nachkommen haben ein Recht auf ein lebenswertes Leben, das aber bei der jetzigen Wachstumsrate der Weltbevölkerung nicht mehr lange zu gewährleisten ist. Helmut Monreal, Badenweiler