Migration

Auch wir sollten uns diesbezüglich um einen neuen Ansatz bemühen

Bruno Riediger

Von Bruno Riediger (Horben)

Mo, 02. Dezember 2019

Leserbriefe

Zu: "Paris will Kontrolle über Migrationspolitik zurück" und "Polizisten und Bagger gegen Hütten und Müllhalden", Beiträge von Knut Krohn (Politik, 7. und 8. November)

Ihre Zeitung berichtet über die geplante Verschärfung der französischen Migrationspolitik. Wohl kaum wird man jetzt aber bei unseren etablierten Parteien den französischen Präsidenten und seine Regierung offen des Rechtsextremismus oder des Nationalismus bezichtigen können, wie es gegenüber unseren Nachbarn im Osten und Südosten bisher üblich ist. Sie erwähnen leider nicht einen wesentlichen Punkt des französischen 20-Punkte-Planes: Abgelehnte Asylbewerber und illegale Einwanderer sollen konsequent abgeschoben werden. Bereits jetzt schiebt Frankreich aus dieser Gruppe ein Fünftel ab und liegt damit weit über den deutschen Quoten. Dennoch ist ein großer Teil der Bevölkerung Frankreichs mit der gegenwärtigen Migrationspolitik ihres Landes unzufrieden. Der französische Präsident reagiert folgerichtig auf das hohe Unzufriedenheitspotenzial im Lande über diese Politik.

Ähnlich scheinen die Dinge in Deutschland zu liegen, was die Unzufriedenheit der Bevölkerung angeht. Die Wahlergebnisse in Ostdeutschland deuten jedenfalls darauf hin. Will man diesem Trend etwas entgegensetzen, um unter anderem das weitere Anwachsen der AfD zu verhindern, sollten auch wir wie Frankreich die Kontrolle über Migrationspolitik durch einen neuen Ansatz zurückerlangen wollen. Bruno Riediger, Horben