Schule

Ausgerechnet die Grundschulen werden seit Jahren politisch vernachlässigt

Günter Ugi

Von Günter Ugi (Lahr)

Mo, 02. Dezember 2019

Leserbriefe

Zu: "GEW kritisiert Zustände an Grundschulen", Agenturbeitrag (Politik, 12. November)

Ja, recht haben sie, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Schulleiter von Grundschulen. Ausgerechnet die Grundschulen, die die Grundlagen für alle weiterführenden Schulen legen sollen, werden seit Jahren politisch vernachlässigt. Dies alleine ist schon ein Politikum. Dass Frau Eisenmann (CDU) nun wieder einmal ankündigt, mehr Werkrealschulen das Überleben sichern zu wollen, ist ein bildungspolitisches Armutszeugnis. Dass die Kultusministerin gleichzeitig über die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung lamentiert und sich mit dem Verweis auf die grün-rote Vorgängerregierung aus der politischen Verantwortung stiehlt, ist ein Offenbarungseid.

Die Bildungsreform der grün-roten Landesregierung war sicher nicht zu Ende gedacht und hatte genau deshalb auch die vielfach beklagten negativen Auswirkungen in anderen Schularten. Wer die notwendigen innovativen Strukturreformen jedoch auf halber Strecke verhungern lässt und Bildungspolitik mit der angestaubten musealen Bildungsideologie des letzten Jahrtausends zukunftsfähig machen will, der ist für deren zwangsläufiges Scheitern auch verantwortlich. Hoffentlich erinnern sich bei der kommenden Landtagswahl daran möglichst viele Bürgerinnen und Bürger. Günter Ugi, Lahr