Grillen

Bei der Frage, was auf den Grill kommt, ist es Zeit, tierleidfreie Wege zu gehen

Sibylle Ott

Von Sibylle Ott (Ulm)

Sa, 13. Juli 2019

Leserbriefe

Zu: "Wie ein Sprung ins kalte Wasser", Beitrag von Ann-Kathrin Moritz (Politik, 6. Juli)

Grillen ist Männersache? Ja, warum eigentlich nicht? Lassen wir den Männern doch ihren Spaß. Denn sind wir doch mal ehrlich: Am heißen, Funken sprühenden Grill zu stehen und über der offenen Flamme zu hantieren, ist doch kein Spaß. Dazu kommt noch, dass der Grill immer etwas abseits zu stehen hat. Denn wer möchte schon nach Rauch, Holzkohle und Spiritus riechen?

Unterdessen unterhält sich der Rest der Gesellschaft und genießt ein kühles Bier. Auf dieses muss der Grillende entweder verzichten, da ein offenes Feuer ja nicht unbeaufsichtigt sein darf, oder, wenn er Glück hat, erinnert sich einer der Gäste an den abseits Stehenden, erbarmt sich seiner und bringt ihm ein kühles Blondes vorbei. Dumm nur, dass rings um den Grill hohe Temperaturen herrschen und sich das Getränk in kurzer Zeit in ein Heißgetränk verwandelt und auch der Überbringer angesichts der Temperaturen schnellstmöglich das Weite sucht.

Und dann stellt sich ja auch noch die alles entscheidende Frage: Was kommt auf den Grill? Auch da ist die klassische Rollenverteilung irgendwie selbstverständlich. Der Mann hat das uralte, überholte Klischee im Kopf, dass ein Stück Fleisch selbstverständlich sei. Fleisch gibt Manneskraft, macht stark und leider völlig unsexy.

Liebe Männer, wenn ihr da so verschwitzt an eurem Grill steht und todesmutig in den Flammen hantiert, macht euch das in meinen Augen auf gewisse Art schon attraktiv. Das tote Tier zerstört dieses Bild allerdings massiv. Probiert doch stattdessen mal Gemüse, oder überrascht uns mit eurer Kreativität. Denn nichts macht einen Mann attraktiver als Mitgefühl und Empathie, auch den Tieren gegenüber.

Also liebe Männer ihr seid unbestritten die besseren Griller, und wir Frauen lassen euch dabei gerne den Vortritt. Aber bei der Frage, was auf den Grill kommt, ist es Zeit, sich von Altbewährtem zu trennen und neue tierleidfreie Wege zu gehen. Sibylle Ott, Ulm