Raser-Urteil

Das Auto wurde in der Stadt zur Waffe

Franz-Josef Schäfer

Von Franz-Josef Schäfer (Freiburg)

Mo, 02. Dezember 2019

Leserbriefe

Zu: "Schwer zu verstehen", Tagesspiegel von Thomas Fricker (Politik, 16. November)
Nun wurde wieder ein Urteil gesprochen, das mich an unserer Justiz verzweifeln lässt. Warum? Hier wird mit juristischen Begriffen so lange herumgedoktert, bis für diesen jungen Mann doch noch eine Hintertür gefunden wurde. Ich für meinen Teil stelle klar: Wer innerorts mit einer so hohen Geschwindigkeit ein Auto bewegt, der nimmt "billigend in Kauf", dass etwas passieren kann. In dem Moment ist das Auto eine Waffe und die ist dann auch nicht mehr kontrollierbar.

Ich lese, dass das Gericht nicht ausschließen kann, dass der Fahrer auf einen guten Ausgang vertraute, er bei solchen Fahrten bisher das Auto beherrschte, er auf die technischen Assistenzsysteme vertraute, er im eigenen Interesse versuchte, einen Unfall zu meiden. Was sind das für Argumente? Ich vertraue auf etwas? Auf was? Ich habe das ja schon öfter gemacht? Wiederholungstäter? Ich vertraue auf meine Systeme? Was können die, was ich nicht kann? Ich will ja eigentlich keinen Unfall bauen? Nehme es aber doch in Kauf? Hier müssten endlich bundesweit klare Regeln getroffen werden, damit nicht weitere Verkehrsteilnehmer von solchen, persönlich unreifen Verkehrsteilnehmern in Gefahr gebracht werden. Dies gilt für alle, egal welchen Alters. Franz-Josef Schäfer, Freiburg