Weihnachtsmärkte

Das ist gewissermaßen die Heiligsprechung des Konsums

Monika Krüger

Von Monika Krüger (Rheinfelden)

Mi, 04. Dezember 2019

Leserbriefe

Zu: "Volksfest statt Christfest", Leitartikel von Alexander Dick (Politik, 27. November)
Wer braucht eigentlich Weihnachtsmärkte? Wahrscheinlich die, die das ganze Jahr in keinen Laden kommen, um Schmuck, Tücher, Holzspielzeug und andere lebensnotwendige Dinge zu erwerben. Oder diejenigen, die sich, in Erinnerung an die Not vergangener Jahrhunderte und in Erwartung des harten Winters, noch eben mit adventlichen Wollsocken und Schals eindecken, um in ihren kalten Behausungen nicht zu erfrieren. Es könnten auch die Jäger des Echten und Wahren sein, die nur Selbstgebasteltes als Zierde ihrer Stuben dulden. Dann gibt es solche, die gern im Halbdunkel mit klammen Füßen auf Plätzen herumstehen, um Worte mit Menschen zu wechseln, die sie eh schon kennen. Nicht zu vergessen die Glühwein-Schlotzer und Raclette-Schlemmer, die sonst nie an Köstlichkeiten dieser Art herankommen. Die Smartphoner hätten gern mal ein Selfie mit dem Nikolaus, empfindsame Weihnächtler möchten bei Glöckchenklang und Liedgesang einen andächtigen Schauer verspüren.

Genug des Spekulierens! Denn eines ist sicher: Die Einzigen, die Weihnachtsmärkte wirklich brauchen, sind die Händler, die ihre Waren verkaufen wollen. Was das mit Weihnachten zu tun hat? Immerhin läuten in Rheinfelden die Kirchenglocken zur Markteröffnung, die Vertreter der Kirchen spenden den erwartungsfrohen Händlern und Käufern christlichen Segen. Die Heiligsprechung des Konsums gewissermaßen. Da weihnachtet es doch gewaltig. In diesem Sinne: Lasst uns froh und munter sein! Guten Einkauf, gute Geschäfte! Monika Krüger, Rheinfelden