Kevin Kühnert

Die Aussagen sollten zu einer Diskussion führen

Jürgen Pfeffer

Von Jürgen Pfeffer (Kirchzarten)

Mi, 15. Mai 2019

Leserbriefe

Zu: "Beleg einer Entfremdung", Leitartikel von Karl-Heinz Fesenmeier (Politik, 4. Mai)

Juso-Chef Kevin Kühnert (SPD) hat über die Kollektivierung von Großkonzernen gesprochen. Endlich ist diese Diskussion über den nicht mehr tragbaren Kapitalismus angestoßen. Die Konzentration des Kapitals und damit der Macht ist das größte Problem unserer Zeit und muss deshalb dringend diskutiert werden dürfen.

Das jüngste Beispiel, was im VW-Konzern abläuft, dass betrügerische Vorstände nachträglich Boni in Millionenhöhe bekommen, zeigt doch, wie verwahrlost unser System inzwischen ist. Dass Arbeitnehmervertreter der großen Konzerne (Daimler und BMW) derart reagieren, verwundert mich nicht, denn die sind ja mit verantwortlich für die Entwicklungen in den Großunternehmen. Dass CDU/ CSU und FDP die Äußerungen von Kühnert bösartig kommentieren, ist kein Wunder. Dass aber einige Leute der SPD diese wichtige Diskussion so abwürgen wollen, ist völlig unverständlich.

Die große Basis der SPD-Mitglieder möchte schon lange, dass die Fehlentwicklung des Kapitalismus (die Macht des Kapitals in immer weniger Händen) und die damit einhergehende Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft endlich diskutiert wird. Ich wünsche mir, dass der Anstoß, den Kühnert gegeben hat, zu einer breiten Diskussion führt, um Alternativen zum heutigen Zustand zu erarbeiten. Die Macht des Kapitals muss gebrochen werden. Jürgen Pfeffer, Kirchzarten