Die soziale Kontrolle wird etwas bewirken, nicht die staatliche

Manfred Schreiber

Von Manfred Schreiber (Kirchzarten)

Fr, 13. September 2019

Leserbriefe

Zu: "Schuld und in der Pflicht sind immer die anderen" , Zuschrift von Matthias Stich (Forum, 2. September) und andere Leserbriefe

Wie es dazu kommen wird, dass die Klimaziele eingehalten werden, erschließt sich durch die zahllosen Leserbriefe der letzten Zeit. Es wird die soziale Kontrolle jedes einzelnen Bürgers und seines "klimafreundlichen" Verhaltens durch sein soziales Umfeld sein, weniger die staatliche Kontrolle. Eine ganze Leserbriefseite der Freiburger Stadtredaktion widmete sich ausschließlich erzürnten Leserbriefen von Klima-Wutbürgerinnen wegen der geplanten Baumfällungen am Keidel-Bad. Im Forum setzt sich dies mit dem Bernhard Walkers Tagesspiegel gewidmeten Leserbrief von Matthias Stich fort, beispielhaft für ebenfalls zahllose andere.

Die Bevölkerung wird durch eine sich ausbreitende individuelle soziale Kontrolle im Mikrobereich gezwungen, sich in das vorgegebene klimapolitische Ideal einzuordnen. Jeden Tag entsprechende Berichte in den Medien, jeden Tag zahlreiche Leserbriefe, jeden Tag private Gespräche, die klimafreundliches Handeln "einfordern", wie Herr Stich schreibt. Keiner entkommt dieser täglichen Ansprache. Kein klimaschädliches Verhalten entkommt der Wachsamkeit des eigenen sozialen Nahbereiches.

Jetzt machen alle noch mal schnell ihre letzte Flugreise oder Kreuzfahrt, bis sie der sozialen Kontrolle nicht mehr entkommen können. Gesetze, Verbote müssen her! Werbeverbote für klimaschädliches Verhalten, ähnlich den Werbungsverboten fürs Rauchen, liegen auf dieser Linie. Die schöne neue Welt des Klimaschutzes! Manfred Schreiber, Kirchzarten