Bienen

Diese Vorschläge sind nicht zielführend

Michael Schmidt (Königschaffhausen)

Von Michael Schmidt (Königschaffhausen)

Sa, 10. August 2019

Leserbriefe

Zu: "Noch ehrgeiziger als in Bayern", Beitrag von Patrick Guyton und Agentur (Politik, 26. Juli)

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht!
Für diese alte Aussage ist die Aktion "Rettet die Bienen" ein sehr gutes Beispiel. Es wird sich in unserer Gesellschaft wohl niemand finden, der die Bienen nicht schützen will, auch nicht unter den Winzern und Obstbauern. Gerade im Obstbau sind die Bienen zur Bestäubung ja unersetzlich. Die Maßnahmen, die die Aktion "Rettet die Bienen" dazu allerdings vorschlägt und auch in eine Gesetzesvorlage geschrieben hat, sind zu einem großen Teil nicht zielführend. Es sollen ab 2021 zum Beispiel sämtliche Pflanzenschutzmaßnahmen in allen Schutzgebieten verboten werden.

Das würde für den Kaiserstuhl bedeuten, dass in der gesamten Region kein Weinbau mehr betrieben werden kann, da der komplette Kaiserstuhl zu diversen Schutzgebieten gehört. Denn Weinbau ohne Pflanzenschutz ist weder im biologischen noch im konventionellen Anbau möglich. Damit wäre sämtlichen Winzerbetrieben am Kaiserstuhl die Existenzgrundlage entzogen. Es stellt sich in der Folge die Frage, wer dann die frei werdenden Rebflächen mit den dazugehörigen Böschungen pflegt.

Was mit Flächen passiert, die auf Anordnung des Naturschutzes nicht mehr geflämmt werden dürfen, kann man auf vielen Hektar hier begutachten. Statt des für den Kaiserstuhl typischen Magerrasens mit seiner vollen Blütenpracht bleiben nur Robinien oder Brombeeren in Reinkultur. Für die Bienen und auch für die Artenvielfalt ist damit nichts gewonnen – ganz im Gegenteil. Damit zeigt sich dann, dass dieses geplante Volksbegehren nicht dem Schutz der Bienen dient, sondern der Zerstörung von Existenzen und wunderschönen Kulturlandschaften.
Michael Schmidt, Königschaffhausen