Bildungspolitik

Einfach das Niveau in den anderen Bundesländern anheben

Peter Pagendarm (Waldkirch-Buchholz)

Von Peter Pagendarm (Waldkirch-Buchholz)

Mi, 04. Dezember 2019

Leserbriefe

Zu: "Bequem und kurzsichtig", Leitartikel von Jens Schmitz (Politik, 26. November)
Leider torpedieren Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Die Grünen) die berechtigten Wünsche der Elternschaft in der Schulpolitik schon viel zu lange. Die Bildungsexpertin der FDP, Katja Suding, hat mit ihrer Aussage völlig Recht: "Ausgerechnet die Bildung als alleinige Kernkompetenz der Länder zu betrachten, ist aus der Zeit gefallen." Es sei höchste Zeit, um mit "bundesweiten Abschlussprüfungen für die Mittlere Reife und das Abitur für mehr Chancengleichheit zu sorgen" und den "schulpolitischen Flickenteppich" in Deutschland endlich zu beseitigen. Schließlich hat selbst das Bundesverfassungsgericht schon 2017 ein "länderübergreifendes Vergleichbarkeitsdefizit" der Abiturnoten gerügt, die OECD und die Bürger sehen das genauso: 90 Prozent sprechen sich inzwischen für bundesweite Abschlussprüfungen aus.

Wenn Bayern und Baden-Württemberg derart um ihre Eigenständigkeit und die Verwässerung ihrer elitären Bildungsqualität bangen, könnte die Empfehlung des Bildungsrates ja auch lauten, das Niveau in den anderen 14 Bundesländern einfach entsprechend anzuheben.

Peter Pagendarm, Waldkirch-Buchholz