Sprachkritik

Es hängt an der Auslegung des Wortes

Andreas Streicher

Von Andreas Streicher (Freiburg)

Mi, 09. Oktober 2019

Leserbriefe

Zu: "Koalition schnürt Klimapaket", Beitrag von Thorsten Knuf und Christopher Ziedler (Politik, 21. September)
Klima ist ein rein virtuelles Konstrukt aus einer Sammlung verschiedenster lokaler Wetterdaten über mindestens einen 30-Jahre-Zeitraum betrachtet. Somit sollten sich alle einig sein, dass Wortgebilde wie Klimaleugner, Klimalüge und Klimaschutz schon mal Nonsens sind. Bei Wortgebilden wie Klimawandel wird es dann interessanter: Ein Wandel ist eine laufende oder bereits vollzogenen Veränderung von irgendwas zu irgendwas anderem – und das normalerweise nur in eine Richtung.

Da sich das virtuelle Konstrukt Klima nicht zu etwas anderem verwandelt und immer noch das virtuelle Konstrukt Klima bleibt, kann man also den Begriff "Wandel" auch nicht wirklich nutzen. Wesentlich besser finde ich da Wechsel oder Dynamik. Von einer Konstanz kann ja, über die Erdgeschichte gesehen, nun wirklich keine Rede sein. Es hängt beim Klimawandel also an der Auslegung des Wortes "Wandel", ob man sagen kann, dass es den Klimawandel nun gibt oder nicht. Andreas Streicher, Freiburg