Solarstrom

Experten sollten die Situation analysieren

Harald Thomann

Von Harald Thomann (Ohlsbach)

Di, 11. Juni 2019

Leserbriefe

Zu: "Teure Batterie im Keller", Beitrag von Bernward Janzing (Wirtschaft, 25. Mai)

Ich betreibe selbst eine acht kWp Anlage aus dem Jahr 2001 und überlege, was nach dem Ablauf des Förderzeitraums mit den alten Solaranlagen passiert. Egal ob dann der Erlös drei oder fünf Cent pro Kilowattstunde sein wird, damit lässt sich keine Solaranlage wirtschaftlich betreiben. Als fixe Kosten belasten Zählermiete und EEG-Umlage den Ertrag. Es bleiben also zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde übrig – und das auch nur dann, wenn keine Reparaturen anfallen.

Tausend kWh bringen einen Erlös von 20 bis 30 Euro. Jetzt kann sich jeder selbst ausrechnen, welchen Ertrag sein Dach dann noch bringt. Mit Batteriespeicher gerechnet sind es je nach den Nutzungsbedingungen 110 bis 150 Euro pro 1000 kWh. An die Nachrüstung eines Batteriespeichers ist unter diesen Umständen nicht zu denken. Man müsste schon den Ertrag der nächsten 15 bis 20 Jahre vorab in einen Batteriespeicher investieren. Dabei ist die Lebensdauer des Speichers noch gar nicht bekannt.

Dazu fallen jährlich unbekannte, aber nicht zu vernachlässigende Wartungskosten an. Spätestens mit der ersten größeren Reparatur wird die Anlage stillgelegt und abgebaut. Damit droht aber, dass ein zunehmender Anteil der aktuell zugebauten Kapazität wegen der dann unwirtschaftlichen Altanlagen wieder abgebaut wird. Das Ausmaß der Betroffenen wächst mit der Zunahme der installierten Anlagen von vor zehn bis 20 Jahren. Damit könnte dann aber der Erfolg der Energiewende massiv in Gefahr geraten. Das kann ja so nicht gewollt sein. Die Sachverständigen und Experten sollten sich alsbald daran machen, diese Situation zu analysieren und Lösungen vorzuschlagen.Harald Thomann, Ohlsbach