Kita

Gute Qualität beginnt bei der Ausbildung und Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher

Elke Floriane Schmidt (Bad Säckingen)

Von Elke Floriane Schmidt (Bad Säckingen)

Fr, 15. März 2019

Leserbriefe

Zu: "Ja, nein und jein zur Gratis-Kita", Beitrag von unseren Lokalredaktionen (Politik, 1. März)

Augenscheinlich geht es bei den Aussagen von den erwähnten Bürgermeistern und anderen Männern fast ausschließlich um die Betrachtung der finanziellen Seite, sprich: um das Geld und Profilierung. Ich fordere auf, das Ganze von einer anderen Seite zu sehen. Von der Sicht nämlich, die das Wohlergehen des Kindes und seine gesunde Entwicklung an erster Stelle sieht.

Aus meiner Sicht gehört das Kleinkind unter drei Jahren zur Mutter. Erst mit vier Jahren bringt das, bis dahin in jeder Hinsicht gut versorgte, gesunde Kind die seelischen und sozialen Grundvoraussetzungen für den Kindergartenalltag mit. Hier sollte eher das Modell der Tagesmutter greifen. Da diese auch bezahlt werden muss, kann ich mir ein Modell vorstellen, welches mit dreijähriger Mutter-Kind Förderung einhergeht.

Eindeutig zu warnen ist vor dem Modell der Gratis-Kita. Als jahrzehntelange Ergotherapeutin plädiere ich eindeutig für eine bessere Qualität der Kitas. Dies beginnt bei der Ausbildung, welche wie in anderen Ländern ein Studium sein sollte, und endet bei der gesellschaftlichen Anerkennung und Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher.

Nun ist solche Reform wirklich mit hohen Kosten verbunden und nur langfristig umsetzbar. Es sollte aber in den Kultusministerien der Länder darauf hingearbeitet werden. Da umgehender Handlungsbedarf besteht, sollte ein Teil des Geldes in gezielte Aufklärung der Eltern und Weiterbildung der Tagesmütter und Erzieherinnen und Erzieher im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklungsförderung zum Wohle des Kindes investiert werden.

Als Fachfrau kann ich mir gut vorstellen, durch Fortbildungen und Beratung vor Ort zu unterstützen. Selbst in den USA arbeiten Therapeuten aus diversen Fachrichtungen mit Pädagogen zusammen. Auf jeden Fall sind Sozialtarife für Menschen mit geringem Einkommen umzusetzen. Alleinerziehende Mütter oder Väter mit geringem Verdienst sollten entsprechend weniger bezahlen müssen.

Elke Floriane Schmidt, Bad Säckingen