Tierschutz

Jeder Tag bedeutet endloses Leid für unzählige wehrlose Geschöpfe

Sylvia Heinrich (Müllheim)

Von Sylvia Heinrich (Müllheim)

Di, 11. Juni 2019

Leserbriefe

Zu: "Kein Glück für die Schweine", Beitrag von Bernhard Walker (Wirtschaft, 1. Juni)

Human im ursprünglichen Sinne hat etwas mit Würde zu tun, mit Nachsicht, Milde und Güte. Wie beschämend angesichts der Zustände in der Massentierhaltung, die sich durch ihre Verachtung gegenüber der wehrlosen Kreatur nahtlos den Versäumnissen in der Klimapolitik anschließen. Auch hier offenbart sich die Missachtung der uns anvertrauten Erde durch eine Politikerkaste, der es ausschließlich um das eigene Wohl und das der großen Verbände geht, allen voran Frau Klöckner als Speerspitze der Agrarlobby.

Dringend nötige Entscheidungen werden immer wieder aufgeschoben: Betäubungslose Ferkelkastration, Kükenschreddern, unerträgliche Haltungsbedingungen, vor allem in der Schweinemast und der Geflügelhaltung, brutalste Bedingungen beim Lebendtiertransport und in den Schlachthöfen – die Liste der Grausamkeiten, die wir den Tieren antun, ist unerträglich und will nicht enden.
Gefühllosigkeiten, die ein normal empfindender Mensch nicht ertragen kann, aber da schottet man sich ab und zerrt mutige junge Menschen, die endlich etwas ändern wollen, vor Gericht, anstatt skrupellosen Tierhaltern, die sich auf Kosten wehrloser Geschöpfe dumm und dämlich verdienen, das Handwerk zu legen.

Ein Politikwechsel wäre so einfach: Subventionen müssen an Qualitätsstandards gebunden werden, bäuerliche Betriebe, die ihre Tiere achten und ein artgerechtes Leben ermöglichen, gehören bezuschusst anstelle gnadenloser Agrarfabriken. Denn jeder Tag bedeutet endloses Leid für unzählige wehrlose Geschöpfe. Studien zum Tierverhalten belegen, dass wir es mit intelligenten Wesen zu tun haben, die Gefühle haben, wunderbar differenzierte Sinne und sich ihres Lebens freuen wollen – anstatt unendlich traurig und gequält dahinzudämmern. Hier stellt sich die Frage: Wer ist die Bestie und wer verhält sich human im wahrsten Sinne des Wortes?Sylvia Heinrich, Müllheim