Uli Hoeness

Nur ein Teil Fußball-Deutschlands trauert

Jan Uttenweiler

Von Jan Uttenweiler (Freiburg)

Sa, 30. November 2019

Leserbriefe

Zu: "Der Patriarch sagt servus", Beitrag von Patrick Guyton (Politik, 15. November)

Als 1972 das Münchner Olympiastadion eingeweiht wurde, war Herr Hoeneß Teil einer legendären Mannschaft. Er hatte nach Beendigung seiner aktiven Zeit das Glück, als Manager des Vereins dieses Stadion nutzen zu können. In Zeiten, in denen noch der Zuschauer den Hauptteil der Vereinseinnahmen darstellte, ein enormer Vorteil gegenüber Borussia Mönchengladbach als stärkstem Konkurrenten. Auch hat Herr Hoeneß es in der Folge verstanden, erfolgreiche Mannschaften zusammenzustellen.

Er hat aber auch bewusst eine Schwächung des stärksten Konkurrenten betrieben. Angefangen bei Gladbachs Del Haye, Leverkusens Ballack und Ze Roberto, Bremens Ismael, Klose und Borowski und zuletzt die Spieler des BVB, Götze, Lewandowski und Hummels. Der Kümmerer und Wohltäter drohte mehrfach mit der Alleinvermarktung, dabei strich er als Meister ohnehin schon die meisten TV- Gelder ein. Nicht ohne sich dann bei sogenannten Retterspielen feiern zu lassen.

Ein Serienmeister Bayern dürfte langfristig den Zuschauerzahlen abträglich sein. Dies hat Hoeneß ja wohl erkannt. Er ist aber nicht um mehr Wettbewerbsgleichheit bemüht, sondern liebäugelt lieber mit einer Liga der europäischen Topclubs. Selbst sportliche Fairness konnte Hoeneß zuletzt nicht mehr an den Tag legen, betrachte man seine Aussage zu Ter Stegen. Somit trauert nur ein Teil Fußball-Deutschlands über das Ende der Ära Hoeneß. Jan Uttenweiler, Freiburg