Antisemitismus

So macht man sich mit schuldig

Michael Weiss

Von Michael Weiss (Freiburg)

Mi, 04. Dezember 2019

Leserbriefe

Zu: "Kritik am Beschluss des Bundestags", Zuschrift von Evelyn Hecht-Galinski (Forum, 22. November)

Wieder einmal vollführt Frau Hecht-Galinski Rundumschläge gegen alle und alles, was nicht radikal-propalästinensisch agiert. Dabei scheut sie sich auch nicht, Antisemitismus kleinzureden und eine für sie logische Monokausalität zu den von Israel besetzten Gebieten zu konstruieren.

Dass Antisemitismus 2000 Jahre älter ist als die Besetzung von ein paar Quadratkilometern Land, ist wohl nur Nicht-Juden bekannt. Ebenso die Tatsache, dass die besetzten Gebiete die gewachsene Folge von bis dato ununterbrochener Verfolgung, Bedrohung und Ermordung von Juden im Nahen Osten ist.

Jüdisches Leben ist laut Frau Hecht-Galinski in Deutschland gesichert. Großartig! In der Saison 2018/19 gab es 2908 tätliche Angriffe auf Schiedsrichter im deutschen Amateur-Fußball. Da weder der deutsche Fußball noch jüdisches Leben gefährdet sind, kann man ja Angriffe auf Schiedsrichter und Juden auf sich beruhen lassen?

Somit muss man sich auch nicht gegen Antisemitismus engagieren – was Frau Hecht-Galinski seit Jahrzehnten hervorragend gelingt. Der von Frau Hecht-Galinski mehrfach praktizierte Whataboutismus – das heißt, der billige Versuch, über pro-muslimische und pro-palästinensische Larmoyanz vom Antisemitismus abzulenken, das Kleinreden desselben, die Unterschlagung von Ursache und Wirkung historischer Ereignisse stammen aus der untersten Schublade judenfeindlicher Vorgehensweisen. Und wenn man eine Organisation wie BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) unterstützt, welche unter anderem die Abschaffung des Staates Israel anstrebt, dann macht man sich eindeutig mitschuldig am Antisemitismus. Michael Weiss, Freiburg