Trotz der Kaufprämie für E-Autos wird der Kunde bei der Anschaffung gewaltig zur Kasse gebeten

Wolfgang Behr (St. Blasien)

Von Wolfgang Behr (St. Blasien)

Mo, 18. November 2019

Leserbriefe

Zu: "Keine Schlafmützen", Tagesspiegel von Bernd Kramer (Politik, 5. November)

Die Ankündigung der Bundesregierung, den Kauf von E-Autos massiv zu unterstützen, wirft Fragen auf: Warum gibt sie viel Geld aus, obwohl eine Reduzierung klimaschädlicher Abgase allein schon durch Temporeduktion (zum Beispiel auf der Autobahn 130 Stundenkilometer, auf Landstraßen etwa 80 Stundenkilometer) erreicht werden könnte, und das zum Nulltarif?

Warum unterstützt sie den Kauf von E-Autos, obwohl doch bekannt ist, dass deren Produktion ebenso wie bei herkömmlichen Autos große Mengen klimaschädlicher Gase erzeugt und der Import von Lithium durchaus problematisch ist? Ganz abgesehen davon, dass der Strom, der die Batterien auflädt, zumindest momentan alles andere als nur klimafreundlich erzeugt wird? Warum folgt sie nicht den Ergebnissen der Untersuchung, die erst jüngst durch den ADAC veröffentlicht wurde, nach der mit Erdgas betriebene Fahrzeuge (wenn man den Gesamtausstoß von klimaschädlichen Emissionen über die Gesamtlebensdauer der Autos betrachtet) wesentlich klimafreundlicher sind als E-Autos?

Es liegt die Vermutung nahe, dass mit der Kaufprämie für E-Autos eine Ankurbelung der Wirtschaft angestrebt wird, nachdem die Autoindustrie in letzter Zeit zum Beispiel durch Manipulationen an den Dieselmotoren gewaltig Federn lassen musste. Da aber die Kaufprämie den Anschaffungspreis bei weitem nicht deckt, wird der Kunde gewaltig zur Kasse gebeten. Und das wird er vermutlich noch ein zweites Mal, wenn die nicht mehr funktionstüchtige Batterie ersetzt werden muss. Wolfgang Behr, St. Blasien