Kinderkrippen

Verlässliche Bindung ist unerlässlich

Peter-Christian Kunkel

Von Peter-Christian Kunkel (Offenburg)

Sa, 10. August 2019

Leserbriefe

Zu: "Denken Sie über Ihre Worte nach!", Zuschrift von Regina Grimm (Forum, 2. August)

Für ein Kind unter zwei Jahren mag es im Einzelfall notwendig sein, es in einer Krippe unterzubringen. Im Regelfall aber ist es eine Gefährdung des Kindeswohls, in Fremdbetreuung – horribile dictu – bei wechselnden Bezugspersonen mehr Stunden zu verbringen als bei seinen Eltern. Das weiß jeder, der die Angst und das Weinen solcher Kinder schon bei der pünktlichen Ablieferung in der Krippe erlebt hat. Soziale Kompetenz und Bildung sind gewiss wichtige Erziehungsziele, aber nicht für Säuglinge. Für sie ist verlässliche Bindung unerlässlich.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer wagte die These, die gemeinsame Topfzeit für Einjährige in DDR-Krippen habe zur Konformität der Gesellschaft beigetragen und könnte eine Wurzel rechtsautoritärer Proteste sein. Das Gute-Kita-Gesetz mit seinem Framing-Effekt ändert nichts an der Realität in einer Krippe. "Fremdbetreuungsgesetz" wäre ein realistischer Begriff. Peter-Christian Kunkel, Offenburg