Al-Bagdadis Tod

Warum nicht das Vorgehen hinterfragen?

Joscha Greuel

Von Joscha Greuel (Freiburg)

Mo, 18. November 2019

Leserbriefe

Zu: "Ein Maulwurf im Versteck des Terrorchefs", Beitrag von Martin Gehlen (Politik, 31. Oktober)
Ein vom US-Militär veröffentlichtes Video zeigt, wie fünf Personen aus der Luft beschossen werden. Die Aussage, diese Personen hätten das Feuer auf einen Helikopter eröffnet, sind durch die Aufnahme nicht belegt. Auch nicht, dass es sich um Leibwächter von Al-Bagdadi oder sonst irgendwie dem Terroristen verbundene Personen handelt. Sie halten sich außerhalb der Mauern des zu sehenden Gebäudes auf. Sichtbar ist, dass die Personen keine Überlebenschance haben.

Warum stellt niemand in den deutschen Medien die Frage nach den Rechten dieser anonymen Menschen? Das Gedankenspiel, ein syrischer Helikopter mache Verbrecherjagd in den USA und tötete fünf Menschen im freien Gelände, sollte die Augen öffnen, mit welcher Blindheit wir solche Vorgänge hinnehmen. Ich vermisse den sachlichen Kommentar eines Völkerrechtsexperten zu dem Einsatz. In einem anderen Video berichten Ortsansässige von gefundenen Leichenteilen von Frauen und Kindern nach dem Bombardement. Wer entschädigt die Angehörigen? Joscha Greuel, Freiburg