Buchhandel

Was ist schon drei Tage Warten auf das Buch?

Marion Daiber

Von Marion Daiber (Freiburg)

Fr, 15. März 2019

Leserbriefe

Zu: "Hoffnung auf einen Investor", Beitrag von Joachim Schneider, Daniel Gramespacher und Ralf Burgmaier (Kultur, 21. Februar)

Als gelernte Buchhändlerin (von 1967 bis 1970), historisch betrachtet fernstes 20. Jahrhundert, bewegt mich die wirtschaftliche wie kulturelle Situation des Buchhandels der Verlage und Autoren – aktuell die des Großhändlers KNV, früher KNDE. Damals war ich begeistert, wenn ich Kunden eine Lieferung innerhalb von drei Tagen zusagen konnte, so der Titel im Barsortiment vorrätig war.

Mit Interesse las ich die Analysen betroffener Buchhändler und Buchhändlerinnen sowie das von Bettina Schulte stramm geführte BZ-Interview mit Jörg Sundermeier. "Hoffnung auf einen Investor" und "Warum soll es Schirme für Banken geben?" sind berechtigt. Daneben sind es auch die von Gerhard Frey erwähnten Überlegungen, eine neue Vertriebsgesellschaft zu gründen, aus Verlegern, Buchhändlern – und vielleicht gibt es auch solvente Leser.

Entschleunigung heißt das Zauberwort: Was ist schon drei Tage und Nächte Warten auf das gewünschte Buch? Tage der Vorfreude, des Phantasierens, Nächte des Nachschauens bei Amazon im Internet, was es sonst noch so gibt, was man bestellen könnte beim Buchhändler seiner Wahl. Zum Beispiel Günter Eichs "Maulwürfe" mit dem subversiven Satz für die Kleinen gegen die Global Player: "Seid unbequem, seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt!" Um es mit einer Stimme aus diesem Jahrtausend, mit der Buchhändler Christa Peiseler zu sagen: "Muss ein Buch tatsächlich am nächsten Tag geliefert sein?" Marion Daiber, Freiburg