Kükenschreddern

Was kann in diesem Fall eine sofortige Bewusstseinsänderung bewirken?

Ingeborg Heide

Von Ingeborg Heide (Breitnau)

Sa, 22. Juni 2019

Leserbriefe

Zu: "Küken in Massen zu töten, bleibt vorerst erlaubt", Agenturbeitrag (Politik, 14. Juni)

Noch kann ich davon ausgehen, dass mein Kreuzchen bei den letzten Wahlen geheim bleibt. Mit Freude habe ich die Erfolge der Grünen zur Kenntnis genommen. Nur wenige Tage danach ergreift mich unbeschreibliche Trauer: Ich erlebe seit Jahrzehnten das Unvermögen Ihrer Partei zum Thema männliche Kükenvernichtung, Massentierhaltung und Muttersauenkäfighaltung – um nur die grausamsten Tierhaltungen in unserem Land hervorzuheben. Was kann eine sofortige Bewusstseinsänderung bewirken? Was kann ich denn als Einzelperson konkret machen?

Mein Vorschlag: Alle Menschen, die vorbereitete Gesetze nicht sofort in Kraft setzen, sollen jeweils zwölf Stunden eingesetzt werden bei der Lebendeschredderei von piepsenden Hähnchen auf dem Fließband, sollten ohne Atemschutz einen Tag die Zustände der Massentierhaltungsbetriebe durchhalten und nicht zuletzt die Augen einer gequälten Muttersau im Stahlkäfig liegend ertragen.

Wenn dann noch einer der Betroffenen der Meinung ist, dass unser Land ein menschliches Gütesiegel aufweist, dann bin ich die Erste, die sich für diese Politik schämt. Meine Haltung habe ich bereits in den 90er Jahren umgehend an Frau Künast geschrieben – die Antwort war nur lapidar eine Absage.

Seither geht das Elend weltweit unvermindert weiter. Können Sie mir eine Stellungnahme übermitteln, damit ich Ihre Partei und die anderen Parteien unserer Demokratie wieder gebührend respektieren kann? Ingeborg Heide, Breitnau