Rüstungsexporte

Wir betreiben eine Politik, die andere Teile der Welt benachteiligt

Gerhard Völker

Von Gerhard Völker (Elzach)

Mo, 21. Oktober 2019

Leserbriefe

Zu: "Millionen Afrikaner sind auf der Flucht", Beitrag von Annemarie Rösch, und "Deutsche Rüstungsexporte wachsen wieder", Agenturbeitrag (Politik, 8. Oktober)

Es passt wie die Faust aufs Auge: "Millionen Afrikaner sind auf der Flucht", heißt eine Überschrift auf Seite 2, einige Seiten weiter "Deutsche Rüstungsexporte wachsen wieder". Wenn ich es zusammen bringe, bedeutet dies doch, dass wir Krieg unterstützen und Menschen zur Flucht treiben. Der einen Seite der Regierung geht es darum, dass Arbeitsplätze erhalten werden, der anderen, dass die Wirtschaft wächst. Sind Waffen tatsächlich sinnvolle Maßnahmen für Wachstum und Arbeitsplätze? Man sagt mir: Nach Ungarn zum Beispiel darf man Waffen verkaufen, denn Ungarn führt keinen Krieg.

Ich frage: Wozu sollen die Waffen dann dienen? Klar, man muss sich vorbereiten. Ich sehe, dass wir seit Jahrzehnten eine (Wirtschafts-)Politik betreiben, die andere Teile der Welt benachteiligt, sogar ausbeutet. Es ist möglich, dass diese sich einmal wehren möchten. Dafür muss man vorsorgen. Deshalb Waffen nach Ungarn und anderswohin und deshalb müssen unsere hohen Ausgaben für "Verteidigung" in den nächsten Jahren überproportional wachsen. Leider habe ich noch nie etwas davon gehört, dass Ausgaben für Friedensforschung und Versöhnungsinitiativen wachsen sollen. Werden Militäreinsätze (zum Beispiel Afghanistan, Mali) deshalb als "Friedenseinsatz" bezeichnet? Unsere Politik macht mir Angst. Gerhard Völker, Elzach