Konstituierende Sitzung

Merdingens Bürgermeister hat nun drei Stellvertreter

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Mi, 10. Juli 2019 um 18:25 Uhr

Merdingen

Erstmals hat Merdingen seit der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats, die wegen einer Erkrankung ohne Bürgermeister Martin Rupp stattfand, drei Bürgermeisterstellvertreter.

Die Verabschiedung
"Die Verpflichtung des neuen Gemeinderats wird von der Tagesordnung abgesetzt", erklärte Bürgermeisterstellvertreter Oswald Prucker zu Beginn der Ratssitzung im Saal des Katharina-Mathis-Stifts. Auch die Verabschiedungen würden nur teilweise erfolgen, auch diese wolle er dem erkrankten Bürgermeister überlassen, zudem seien die vorgesehenen Ehrungen noch nicht da. "Ihr könnt auf euer Wirken stolz sein, ihr habt viel fürs Dorf getan", betonte Prucker, bevor er Elke Menner (seit drei Jahren für die SPD im Rat), Claudia Karle (fünf Jahre, CDU) und Manfred Zimmermann (zehn Jahre, FBL) offiziell aus dem Ratsgremium entließ.

Die neuen Ratsmitglieder
Bei der Wahlprüfung seitens des Landratsamts habe es keine Beanstandungen gegeben, informierte Hauptamtsleiter Dietmar Siebler die Anwesenden. Einstimmig hatte der alte Gemeinderat zudem festgestellt, dass es keine Hinderungsgründe für die neu gewählten Ratsmitglieder gebe. Am Ratstisch nahmen nun erstmals Alexandra Nothstein (FBL) und Stephanie Reisenberger (SPD) Platz, nicht vor Ort war hingegen der ebenfalls neu gewählte Udo Landmann (FBL) sowie Fraktionskollegin Ilona Schächtele. Dass in der konstituierenden Sitzung gleich zwei der nun mit fünf Sitzen eigentlich größten Fraktion fehlten, machte sich bei den folgenden Abstimmungen bemerkbar.

Die Bürgermeisterstellvertreter
"Wollen wir wie bisher mit zwei Bürgermeisterstellvertretern weiter machen?", frage Sitzungsleiter Prucker in die Runde. Während Wilma Landmann (FBL) aus Gründen der Fairness für ihre stärkste Fraktion einen dritten beantragte – dieser ist seit der Änderung der Hauptsatzung 2014 möglich –, gab es auch kritische Stimmen. Das System mit zwei Stellvertretern habe sich bewährt und reiche für ein kleines Dorf wie Merdingen, meinten Jürgen Escher, Harald Wochner und Heiko Menner (alle CDU). "Ich habe nicht das Gefühl, dass bisher die Bürgermeisterstellvertreter überlastet sind", sagte Sigrid Schnurr (SPD). Dem gegenüber sagten die SPD-Räte Patrick Schopp, Oswald Prucker und Stephanie Reisenberger, dass sie mit der Idee eines dritten Stellvertreters mitgehen können, wenn so neben den Stimmenkönigen auch die stärkste Fraktion einen bekomme. Bei der Abstimmung sprachen sich sechs Räte für drei Stellvertreter aus, vier dagegen.

Die Posten
In geheimer Wahl wurden zunächst die Bürgermeisterstellvertreter gewählt. Mit neun Stimmen bei einer Enthaltung wurde Stimmenkönig Harald Wochner erster Stellvertreter. Alle zehn Stimmen gab es im Anschluss für Oswald Prucker. Alexandra Nothstein, die auf ihrer Liste die meisten Stimmen erhalten hatte, bekam als Dritte sieben Ja-Stimmen, bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung.

Spannend wurde es, als es um einen Sitz im gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft mit Breisach und Ihringen ging. Alexandra Nothstein und Oswald Prucker wurden vorgeschlagen. Die erste geheime Abstimmung ging fünf zu fünf aus, bei der zweiten Abstimmung gab es eine Enthaltung, so dass sich Prucker mit fünf zu vier Stimmen durchsetzte und nun Manfred Zimmermann im Ausschuss ablöst. Stellvertreter bleibt Heiko Menner. Bei der Wahl des Gemeindevertreters im Kindergartenkuratorium setzte sich Sigrid Schnurr (SPD) mit sechs zu vier Stimmen gegen Udo Landmann (FBL) durch. Stellvertreterin wird Stephanie Reisenberger.