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Mit der Wartung nicht warten

Matthias Maier

Von Matthias Maier

Mi, 04. Juli 2012 um 18:09 Uhr

Fahrräder bedürfen einer sorgfältigen Wartung. Insbesondere der Antrieb und die Bremsen. Eine falsche oder gar vernachlässigte Wartung kann die Sicherheit des Fahrradfahrers beeinträchtigen.

Breite, deutlich sichtbare und gut ausgebaute Radwege sind das Eine, Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer das Andere. Ein dritter für die Sicherheit im Straßenverkehr wichtiger Faktor ist der Zustand des eigenen Gefährts. Wer mit einem nicht voll funktionstüchtigen Fahrrad unterwegs ist, setzt sowohl die eigene Gesundheit als auch die seiner Mitmenschen aufs Spiel.

Andre Jenne, der in Freiburg ein Fahrradfachgeschäft betreibt, hat die Erfahrung gemacht, dass Mängel am eigenen Rad oft nicht ernst genommen werden. "Die Wertschätzung für das Fahrrad ist sehr gering", bemängelt er. Seine Kunden weist Jenne in der Regel auf zwei Hauptverschleißteile hin: die Bremsen und die Kette. Wenn diese Teile nicht rechtzeitig gewartet werden, können einerseits hohe Folgekosten und andererseits Sicherheitsrisiken entstehen.

Bremsen

Die heute am weitesten verbreitete Bremsenart ist die Felgenbremse, bei der die Bremsbeläge sich aber mit der Zeit abnutzen. Sie sollten daher rechtzeitig gewechselt werden. Sonst kann es so weit kommen, dass das unter dem Belag liegende Metall auf der Felge schleift, was diese beschädigt und unbrauchbar machen kann.

Hin und wieder müssen die Bremsen neu ausgerichtet und angezogen werden. "Viele Radfahrer verstellen ihre Bremsen unten an den Reifen, indem sie die Schrauben aufdrehen und das Kabel neu einspannen", erklärt Jenne. Oftmals komme es dann vor, dass an diesen Stellen Bruchstellen des Bremszugs entstehen. "Man sollte zuerst oben am Lenker an den Einstellschrauben drehen", rät der Experte. Erst wenn dieser Spielraum ausgereizt ist, sollte das Kabel an den Bremsklötzen neu justiert werden.

Kette

Auch eine Fahrradkette braucht Pflege – sie ab und zu einzufetten, genügt nicht. Je nach Belastung dehnt und längt sich eine Kette und verliert somit an Spannung. Dann kann es passieren, dass sie bei Belastung über die hinteren Zahnkränze oder die Kettenblätter rutscht, anstatt sich einzuklinken. Die Folge: Die Teile schleifen sich ab, Kränze und Kettenblätter können zerstört werden und müssen kostspielig ersetzt werden. "So macht man mehr kaputt, als man durch den Verzicht auf die Wartung der Kette spart", sagt Jenne.

Darüber hinaus werde auch die Verletzungsgefahr größer, wenn ein Radfahrer etwa an einer Ampel anfahren wolle und die Kette durchrutsche.

Rahmen, Sattel, Lenker

Ein Bruch des Rahmens, der Sattelstütze oder des Lenkers kann zu schweren Unfällen führen. Allerdings sind Brüche dieser Bauteile laut Jenne heutzutage sehr selten: "Die Qualität hat sich bei diesen Elementen stark verbessert." Beim Rahmenhersteller Merida etwa werde jeder einzelne der von Hand zusammengesteckten Rahmen intensiv geprüft.

Ein Rahmenbruch kündige sich zudem im Voraus an. "Wenn der Rahmen knarzt oder knattert, sollte man hellhörig werden", so der Experte. Da es am Fahrrad erfahrungsgemäß häufig zu derartigen Geräuschen komme, sei es aber meist nicht einfach, die Quelle zu lokalisieren.

Lichtanlage

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Lichterzeugung am Fahrrad. Einen klassischen Seitenläuferdynamo hält Jenne nicht für empfehlenswert: "Dieser kostet einerseits Kraft und funktioniert andererseits bei Regen, Schnee oder schlecht aufgepumpten Reifen meist nicht." Vorzuziehen sei ein Nabendynamo, der keinen zusätzlichen Tretwiderstand erzeugt. Scheinwerfer mit manuell bedienbarem Schalter sorgen dafür, dass die Lichtanlage tagsüber ausgeschaltet werden kann. Die meisten neu produzierten Fahrräder sind bereits mit einem Nabendynamo ausgestattet. "Aber viele Kunden möchten auch ihre alten Räder auf diese Technik umrüsten lassen", so Jenne.

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