Plage

Kandern will Ratten mit GPS-Ködern bekämpfen

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

Do, 27. Juni 2019 um 10:03 Uhr

Kandern

Weil die ursprünglich eingesetzte Methode zur Rattenbekämpfung aus Umweltschutzgründen nicht mehr eingesetzt werden darf, muss die Stadt Kandern neue Wege gehen. Sie setzt auf eine Hightech-Lösung.

Ein Zuhörer machte in der Gemeinderatssitzung am Montagabend darauf aufmerksam, dass es vermehrt Beschwerden wegen Ratten entlang der Kander gebe. Auch Bürgermeister Christian Renkert waren diese Beschwerden schon zu Ohren gekommen. Auf BZ-Anfrage verwies er darauf, dass die bisherige Bekämpfungsmethode aus Umweltschutzgründen nicht mehr erlaubt sei.

Bisher Giftköder mit Drahtseil in Schächte gehängt

Günter Meier, der bei der Stadtverwaltung für die Kläranlage Hammerstein zuständig ist und in diesem Zuge auch mit der Rattenbekämpfung betraut ist, erläuterte der BZ, dass man bisher Giftköder an einem Drahtseil in die Schächte gehängt habe.

Diese Methode habe sich aber als problematisch herausgestellt, weil Köder bei starken Regenfällen und Hochwasser mitunter in die Gewässer geschwemmt worden seien und das Gift diese verunreinigt habe. Deshalb sei die Methode in diesem Jahr nicht mehr angewendet worden. Meier zufolge hätten Anwohner Ratten insbesondere im Bereich des Kanderner Forsthauses gesichtet, auch am helllichten Tag.

Der neue Behälter ist mit GPS ausgestattet

Die Stadt plant nun, den Tieren mit einer Hightech-Lösung zu leibe zu rücken. Meier sagte der BZ, dass man mit Anbietern im Gespräch sei, der spezielle Köderboxen anbiete. Diese seien fest installiert und mit einem Schwimmer ausgestattet und schlössen sich, wenn sie in Kontakt mit Wasser kämen. Somit könne der Giftköder im Falle von Hochwasser oder Starkregen keine Gewässer verunreinigen. So könne das Gift nicht in die Gewässer gelangen, selbst wenn die Box weggeschwemmt werde. Zudem sei der Behälter mit einem GPS-System ausgestattet. Kontakte der Ratten mit den Ködern würden registriert ließen sich über eine Computersoftware auslesen und grafisch darstellen. Auf diese Weise erhält die Verwaltung genaue Daten über die Stellen, an denen sich die Ratten aufhalten – und auch, wenn es dort keine mehr gebe. Das System sei auch schonin Lörrach und Schopfheim im Einsatz.

Stadtbaumeister Hanspeter Amann sagte der BZ, dass man bereits Angebote eingeholt habe. Zwar sei das neue System teurer, Amann geht aber dennoch nicht davon aus, dass die Kosten besonders stark steigen werden. Denn durch das GPS-System könne man die Köder deutlich zielgerichteter anbringen und brauche daher auch weniger, sagte er.

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