Zweiter Prozesstag

Mordprozess Catalin C.: Ermittlerin analysiert Überwachungsvideos

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Do, 23. November 2017 um 17:00 Uhr

Endingen

Am zweiten Tag im Prozess gegen Catalin C. am Landgericht Freiburg ging es um eine Vielzahl von Themen: die Haaranalyse des Angeklagten, Handydaten und Überwachungsvideos.

Die Verhandlung wird am Freitag, 1. Dezember fortgesetzt. Dann wird es Aussagen des Rechtsmediziners, zur Spurensicherung und DNA-Funden geben. Erwartet wird auch die Aussage von Catalin C.s Arbeitgeber, dem Spediteur D. aus Endingen.
Fazit
Um eine Vielzahl von Themen ging es am zweiten Tag des Mordprozess gegen Catalin C.: um seine Haaranalyse, seine Familiengeschichte, die Zeit mit der Familie bei seiner "Stiefschwester" Elisabeta N., die Daten von den Handys des Angeklagten und des Opfers und Überwachungsvideos, die den Angeklagten am Tattag und danach zeigen.

Die vor Gericht präsentierten Fakten zum Tatablauf passen bisher zusammen: Carolin G. wurde um kurz nach 15 Uhr von der jungen Endingerin zuletzt gesehen, um 15.48 Uhr hatte ihr I-Phoneden der heutigen Aussage den "Handy-Crash", vermutlich bei seiner Zerstörung. Um 16.26 Uhr loggte sich C.s Handy vermutlich beim Vorbeifahren in das Wlan seines Arbeitgebers ein, fünf Minuten später zeigen ihn laut Zeugin Heist Videoaufnahmen an der Tankstelle.

Für die Tat und die anschließende Zerstörung des Handys ergibt sich so ein Zeitfenster von etwa 40 Minuten. Danach hätte Catalin C. etwas mehr als 30 Minuten für den Rückweg zu seinem Auto und die Fahrt bis zur Tankstelle gebraucht. Das würde zu den den Berechnungen der Ermittler passen: doe dokumentierten eine Wegzeit von 22 bis 26 Minuten zwischen Tat- beziehungsweise Fundort der I-Phone-Reste bis zur Spedition D.

Ende des zweiten Prozesstags
15 Uhr Es geht um den weiteren Verfahrensgang. Nebenklagevertreter Oberholzner fragt Richterin Kleine-Cosack, ob Frau C. geladen werden würde. "Wir haben von uns aus keinen Anlass, sie zu laden", sagt die Richterin, mit Verweis auf das Zeugnisverweigerungsrecht für Eheleute.

Ermittlerin sagt über Überwachungsvideos aus
14.50 Uhr: Die nächste Zeugin ist eine Polizeihauptkommissarin aus Emmendingen. Die Ermittlerin hat Überwachungsvideos im Fall ausgewertet. "Wir haben nach der Tat an verschiedenen Tankstellen und Firmen Material gesichert", sagt sie. Nachdem Catalin C. als Tatverdächtiger galt und man wusste, wie er aussieht, habe sie das gesicherte Material noch einmal gesichtet. Entdeckt habe man den Angeklagten auf zahlreichen Aufnahmen aus der Esso-Tankstelle in Endingen.

Vom Tattag, Sonntag, 6. November 2016 gibt es fünf Aufnahmen: 9.45 Uhr: Ein der mit dem Wagen des Angeklagten baugleicher PKW fährt über das Gelände der Tankstelle, wo die LKW parken. 10.16 Uhr: Das Auto fährt in den vorderen Bereich der Tankstelle. Catalin C. steigt aus und frühstückt mit weiteren Personen in der Tankstelle. 12.12 Uhr: Die Videoüberwachung zeigt einen Wagen, der dem Angeklagten gehören könnte, aus Richtung der Spedition D. kommen. 16.31 Uhr: Eine kurze Sequenz zeigt, wie das Fahrzeug zur Tankstelle zurück kommt und zu einem geparkten LKW fährt, wo Personen zu kochen scheinen. Eine Person scheint erst mit dem Fahrer zu sprechen und geht ans Auto heran. Der Fahrer steigt aus, bleibt in der Beifahrertüre stehen, aber man erkennt hier nur die Haare. Die Person übergibt dann eine Plastiktüte und eine Flasche an den Fahrer, dann fährt der Wagen wieder weg. Am Tag nach der Tat, Montag, 7. November 2016, gibt es drei Aufnahmen: 7.19 Uhr: Catalin C. kauft einen Kaffee an der Tankstelle und geht schnell wieder. 9.03 Uhr: Catalin C. fährt im PKW aus Richtung Stadt an der Tankstelle vorbei. 9.49 Uhr: Catalin C. fährt im LKW der Spedition D. an die Tanke, steigt aus, geht in den Innenbereich der Tankstelle und schaut sich einen Teddybär an. Bei der Sequenz vom Sonntag um 16:31 Uhr sei es nicht möglich gewesen, Catalin C. zu identifizieren. "Man sieht nur den Hinterkopf der Person", sagt die Ermittlerin. Richterin Kleine-Cosack weist die Zeugin ...

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