Nico Hülkenbergs Blitz-Comeback

dpa

Von dpa

Sa, 01. August 2020

Motorsport

Der deutsche Formel-1-Pilot ersetzt in Silverstone den Mexikaner Sergio Perez, der positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Nico Hülkenberg konnte sein Blitz-Comeback in der Formel 1 selbst kaum glauben. "Es fühlt sich ein bisschen unwirklich an", sagte der 32-Jährige am Freitag in Silverstone. Der Routinier sprang überraschend für den mit dem Coronavirus infizierten Mexikaner Sergio Perez beim Team Racing Point ein und steuerte den neuen Wagen schon 15 Minuten nach Bekanntwerden seines Engagements erstmals auf die Strecke. Keine 24 Stunden lagen zwischen der Anfrage und der Sensationsrückkehr im Rennauto, mit dem er auch am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) beim Grand Prix von Großbritannien starten wird.

"Ich mag Herausforderungen und das ist ganz sicher eine. Ich springe ein und versuche, das Beste für das Team zu machen", sagte der Rheinländer nach stressigen Stunden zuvor. Am Donnerstag war er aus Deutschland angereist, musste in der Racing-Point-Fabrik noch seinen Fahrersitz anpassen und vor allem einen negativen Coronavirus-Test nachweisen. Das klappte ganz knapp vor dem ersten Training. Erst danach durfte er auf das Streckengelände, legte einen Dauerlauf zur Garage hin und war plötzlich zurück in einem Formel-1-Wagen. Hülkenberg, der die Erfahrung von 177 Rennen mitbringt, fuhr bis 2016 mit einer Unterbrechung vier Jahre lang für Racing Points Vorgänger Force India. Zuletzt saß er von 2017 bis 2019 im Renault und hatte im Vorjahr keinen neuen Kontrakt für 2020 erhalten. Der Traum von einer längerfristigen Rückkehr lebt beim Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans 2015 aber spätestens jetzt. Der Auftakt gelang jedenfalls mit Platz neun im ersten Training und sogar Rang sieben im zweiten.

Noch ist nicht klar, wie lange er Perez (30) ersetzt. Der erste prominente Corona-Fall der Formel 1 war am Donnerstag publik geworden. Der Mexikaner kam sofort in Quarantäne und kann womöglich auch beim zweiten Silverstone-Rennen nächste Woche nicht starten. Denkbar also, dass Hülkenberg mehr als einen Grand Prix fährt. Offizielle Äußerungen dazu gab es bislang noch nicht. Perez sprach derweil von einem der "traurigsten Tage meiner Karriere. Es zeigt, wie verwundbar wir alle für dieses Virus sind", so der WM-Sechste in einem Video bei Twitter.

Schnellster im ersten Training war Max Verstappen (Niederlande/Team Red Bull), das zweite Training gewann überraschend Nico Hülkenbergs Racing-Point-Interims-Teamkollege Lance Stroll (Kanada).