Auf der Suche nach dem Flow

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 24. Mai 2019

Mountainbike

Adelheid Morath will beim zweiten Mountainbike-Weltcup im tschechischen Nove Mesto "den nächsten Schritt machen".

MOUNTAINBIKE. Die weltbesten Mountainbiker erwartet am Wochenende beim zweiten Weltcup der Saison im tschechischen Nove Mesto eine ganz andere Herausforderung als zuletzt in Albstadt. Die Strecke verlangt Adelheid Morath, Georg Egger und den anderen deutschen Startern auf der fahrtechnischen Seite sehr viel ab.

Dort, wo im Winter Benedikt Doll und die Weltcup-Biathleten ihre Gewehre in Anschlag bringen und in rasantem Tempo über die Strecke skaten, tummeln sich am Wochenende die Mountainbiker. Gilt der Heimweltcup in Albstadt vor allem als konditionell fordernde Strecke, so dreht sich in der Biathlon-Arena und dem angrenzenden Wald alles um fahrtechnisch schwierige Passagen. Allerdings wird die damit einhergehende physische Herausforderung häufig unterschätzt. Die Körperspannung benötigt ebenfalls Energie und wenn die verlorengeht, summiert sich das auch und kostet Sekunden.

Die weltbesten Mountainbiker müssen sich das Rennen gut einteilen. Überholmöglichkeiten gibt es genügend, so dass es nicht zwingend darauf ankommt, von Anfang an vorne dabeizusein. Adelheid Morath konnte wegen ihres Schlüsselbeinbruchs voriges Jahr in Tschechien nicht starten, aber 2017 verblüffte sie in Nove Mesto mit Rang sechs. Dass die St. Märgenerin auf der technisch schwierigen Strecke sogar eine Rundenbestzeit hinlegte, zeigt, dass sie es kann, wenn sie in den "Flow"kommt. Derzeit tut sie sich etwas schwer mit dem Flow, zu sehr hatte sie mit einem langwierigen Infekt zu kämpfen. Und in Albstadt kamen dann auch noch die Erinnerungen an den Schlüsselbeinbruch zurück:"Ich hoffe, dass ich den nächsten Schritt jetzt machen kann. An der Form fehlt es nicht", sagt Morath. Die offene Startphase lässt von Startposition 43 einiges zu.

Auch Georg Egger hat an Nove Mesto gute Erinnerungen. Der Biker vom Kirchzartener Lexware-Team fuhr 2018 dort ein kluges Rennen, verbesserte sich mit Startnummer 61 auf Rang 22 und feierte sein bestes Weltcupresultat bei der Elite. Für das Rennen am Sonntag (13.35 Uhr) ist Egger "optimistisch". Das Rennen in Albstadt sei "ganz in Ordnung" gewesen, vielleicht sei er "einen Tick zu schnell gestartet". In der Schlussphase fehlte ihm dann die Kraft. Die Lexware-Teamkollegen Luca Schwarzbauer (Elite), Martin Vidaurre (Neuzugang aus Chile), Max Brandl, David List und Jannick Zurnieden (alle U 23) sind ebenfalls am Start.