"Der Zorn ist die gestaltende Kraft"

jens

Von jens

Sa, 31. Dezember 2011

Müllheim

BZ-INTERVIEW: Georg Schramm über die Kernschmelze in Japan, das Ende des tausendjährigen Sängerreichs und verschwundene Karnickel.

BADENWEILER. Ein ungewöhnliches Jahr erfordert einen ungewöhnlichen Jahresrückblick. Der Kabarettist Georg Schramm ist im Interview mit unserem Redakteur Jens Klein in die Rollen seiner Kunstfiguren Lothar Dombrowksi und Oberstleutnant Sanftleben geschlüpft, um 2011 aus globaler, nationaler und regionaler Perspektive zu beleuchten. Ob Fukushima oder die Bürgermeisterwahl in Müllheim: Dombrowski und Sanftleben schrecken vor keiner verbalen Attacke zurück.

BZ: Meine Herren, wir blicken auf ein Jahr mit extremen Ereignissen zurück. Was bleibt in Erinnerung von 2011?
Oberstleutnant Sanftleben: Militärisch betrachtet ein außergewöhnliches Jahr: etwa die Umwälzungen bei der Bundeswehr, die Revolutionen in Nordafrika. Das hätten wir dem Araber gar nicht zugetraut. Dazu noch eine revolutionäre Waffe, deren Bedeutung Sie als Zivilist noch gar nicht realisiert haben: Kampfdrohnen! Zukünftige Kriege werden eine größere Akzeptanz bei uns erhalten. Sehen Sie: Wir unterscheiden beim Militär zwischen Eigenblutfluss und Fremdblutfluss. Der Eigenblutfluss sorgt immer für Riesen-Rambazamba in der Öffentlichkeit; der Fremdblutfluss weniger. Durch unbemanntes Kampfgerät minimieren wir den Eigenblutfluss. Kriege werden für uns unblutiger – das zeigt sich ja auch schon beim aktuellen Finanzkrieg. Der ist ziemlich unblutig, aber noch teurer als unsere Methode (lacht) – kleiner Scherz.
Lothar Dombrowski: Ich sehe das vergehende Jahr anders. Diese Kernschmelze in Fukushima war eine Zeitenwende. Global wie ...

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