Markgräflerland

Nur Alibi? Kritik am System der Ausgleichsflächen bei Baumaßnahmen

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Fr, 08. Dezember 2017

Müllheim

BZ Plus Eine Böschung in Vogtsburg am Kaiserstuhl gilt als Ausgleichsfläche fürs neue SC-Stadion. Anderswo suchen Gemeinden landwirtschaftlichen Flächen, um sie umzuwidmen. An dem System gibt es Kritik.

MARKGRÄFLERLAND. Es wird eng in der Region. Immer mehr Menschen ziehen nach Südbaden und brauchen immer mehr Platz für Häuser und Wohnungen. Für jeden Quadratmeter Fläche, der versiegelt wird, muss andernorts Ausgleich geschaffen werden, so steht es im Bundesnaturschutzgesetz. Doch können diese Ausgleichsflächen den als Lebensraum für Pflanzen und Tiere verlorenen Boden ersetzen? Oder stellen sie stattdessen lediglich ein Alibi für den Flächenfraß dar?

Für die Wiederherstellung und anschließende Pflege einer Böschungsfläche in Vogtsburg am Kaiserstuhl bekommt die Stadt Freiburg Punkte auf ihrem Ökokonto gutgeschrieben – sie gilt als Ausgleichsfläche fürs neue SC-Stadion. In Schliengen sucht die Gemeinde per Amtsblatt nach landwirtschaftlichen Grundstücken, die sie kaufen und als Ausgleichsflächen verwenden kann. Allerorten wird gebaut, und so ist die Frage, wo Ausgleichsflächen herzukriegen sind, drängender denn je. Mit Hilfe dieser Flächen soll Natur, die, weil es sich nicht vermeiden lässt, bebaut, also versiegelt werden muss, zumindest gleichwertig ersetzt werden. So die Theorie. Doch wie funktioniert das System eigentlich – und erfüllt es seinen Zweck?

Die Eingriffsregelung
Seit 1976 besteht die Eingriffsregelung in Baden-Württemberg mit Inkrafttreten des ersten Landesnaturschutzgesetzes, teilt ein Sprecher des Regierungspräsidiums Freiburg auf Anfrage mit. Die aktuell gültige rechtliche Vorgabe findet sich im Bundesnaturschutzgesetz, das die Eingriffsregelung mittlerweile ...

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