Feuerwehreinsatz

Scheune neben der Henssler-Mühle in Müllheim eingestürzt

Volker Münch

Von Volker Münch

Sa, 09. März 2019 um 14:26 Uhr

Müllheim

In Müllheim ist am Samstagmorgen die alte Scheune neben der Henssler-Mühle eingestürzt. Einsatzkräfte vermuten die Ursache in den starken Windböen. Verletzt wurde niemand.

Mit einem lauten Krachen und einer starken Staubentwicklung stürzte die alte Scheune neben der Henssler-Mühle am Samstagnorgen ein. Geraume Zeit später wurde die Feuerwehr Müllheim alarmiert. In dem Notruf wurde die Befürchtung geäußert, es könnte sich ein Mensch in den Trümmern befinden. Diese Sorge blieb am Ende unbegründet.

Keine Personen vermisst

Beim Eintreffen der Feuerwehr im Unteren Brühl direkt gegenüber dem Grayer Platz beim Bürgerhaus war die Lage für die Einsatzkräfte völlig unklar. Zeitgleich war der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes samt Notarzt eingetroffen. Einsatzleiter Holger Höfflin und seine Feuerwehrkameraden sichteten die Umgebung und nahmen die zusammengestürzte Scheune sowohl von allen Seiten als auch mit dem Drehleiterfahrzeug aus der Luft in Augenschein. "Sämtliche Zugänge ins Innere waren verschlossen. Wir konnten keine Person ausfindig machen", sagte Höfflin nach eingehender Suche.

Ins Innere konnten die Feuerwehrleute wegen der weiteren Einsturzgefahr allerdings auch nicht eindringen. Ferner wurden auch keine Personen vermisst, die man im Innern der Scheune hätte vermuten können. Deshalb konzentrierte sich die weitere Arbeit der Feuerwehr auf die Sicherung der stehenden Gebäudeteile.

Fahrzeuge aus Garagen eines Nachbargrundstücks evakuiert

Die Ursache sei in den seit Tagen herrschenden sturmartigen Windböen zu suchen, vermuteten die Einsatzkräfte. Zudem war ein Teil des Daches in der Vorbereitungsphase für den anstehenden Abbruch bereits abgedeckt, sodass der alte, marode Dachstuhl vermutlich eine deutliche Angriffsfläche geboten hat. Eine Gefahr ging weiterhin von den Giebelwänden aus, von denen niemand genau vorhersagen konnte, ob sie einsturzgefährdet seien oder nicht.

Während die Fahrzeuge aus Garagen eines Nachbargrundstücks – die Garagen schließen sich direkt an die westliche Giebelwand an – evakuiert wurden, hatte sich Einsatzleiter Höfflin dazu entschieden, den Baufachberater des Technischen Hilfswerks zu Rate zu ziehen.

Der diensthabende Baufachberater Dirk Wiebeck vom THW-Ortsverband Breisach nahm das Restgebäude in Augenschein. Für ihn gab es am Ende zwei Lösungsmöglichkeiten: Entweder die beiden Giebelwände oberhalb des Erdgeschosses kontrolliert abzubrechen oder wenigstens die Giebelseite bei den Garagen vorerst mit einem speziellen Gerüstsystem zu sichern, bis eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen gefällt werde. In jedem Fall müsse aber rasch gehandelt werden, einem zeitlichen Aufschub erteilte er eine Absage.

Alarm ging bei der Feuerwehr verzögert ein

Mittlerweile war auch Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich vor Ort eingetroffen. Im weiteren Gespräch mit dem Repräsentanten des Eigentümers, Uwe Knüttel, entschied man sich, die Giebelwände abzubrechen, nachdem das Gebäude sowieso für den Abbruch vorbereitet wurde. Der Gebäudeeigentümer hatte mit den weiteren Sicherungsmaßnahmen eine Baufirma beauftragt, die noch am Nachmittag in Absprache mit Feuerwehr und THW tätig wurde.

Rätsel gab allerdings der Umstand auf, dass die Alarmierung anscheinend deutlich zeitverzögert bei der Feuerwehr einging. Anwohner sprachen von einer Differenz von etwa einer Dreiviertelstunde. Gelöst werden konnte dieses Rätsel allerdings bisher nicht. Bewohner des benachbarten Wohn- und Geschäftshauses wurden von einem lauten Krachen aufgeschreckt und sahen dann eine riesige Staubwolke. Weil das alte Gebäude augenscheinlich baufällig gewesen sein soll, waren die Anwohner im Grunde von dem Einsturz nicht überrascht worden.

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