Eine griechische Tragödie

RHEINFÄLLE: Murgon sagt Kali níchta

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Sa, 16. Februar 2019

Murg

Es ist ein veritables Desaster. Das gar so stolze Murg steht vor einer griechischen Tragödie. Seit dem ersten Faißen weiß die Menschheit, dass zwischen Rheinsberg und Rhina von Alpha bis Omega nichts mehr geht. Gastronomisch ist die im vorbildlichen Wandel befindliche Rheinkommune ausweislich neuester Beschilderung eine "Kneipenwüste". Und finanziell, so hat Zunftankläger Ioannis I. soeben offengelegt, sind – Alexis-Tsipras-mäßig – Bürgermeister Adrianis Schmidlitidis und die Seinen auch nicht viel flüssiger. Knapp 759 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung sagt Murgon: Kali níchta! Gute Nacht! Murkropolis adieu! Was tun? Uninformierte Greise berichten, dass sich Schmidlitidis, Ratsschreiber Wernidius Vöktakis und Eventmanager Arminius Eschbachos noch in der Nacht zum Freitag (gem-)einsam getroffen haben sollen, um mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen einen Ausweg aus der Misere zu finden. Das erste Resultat: Als Sofortmaßnahme wird die für den Fasnachtssamstag geplante Narrennacht (Thema: "Die Piraten sind erwacht") kurzerhand umgemodelt in die erste nichtsportliche Olympiade. Das Motto: Kriechen wie die Griechen – Brot und Spiele für die Gemeindekasse! Da wird der beste Souflaki getanzt und der letzte Sirtaki verspeist (oder auch umgekehrt). Adrianis, der ja als Gott der mobilen Theke schon vom (Rathaus-)Olymp herabgestiegen ist, wird die Getränkekarte anpassen: Statt Zäpfle vom (Murger?) Rothaus gibt’s dann "das Blut der Erde" (wie Udo Jürgens einst den griechischen Wein zu adeln pflegte). So wird Murg die Krise meistern. Und zur Weihnacht in Schmidlitidis’ Amtszimmer dann halt der Stern von Mykonos leuchten.