Musikalische Reise in die 1970er-Jahre

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Sa, 20. April 2019

Bad Säckingen

Musical "Saturday Night Fever" im ausverkauften Gloria-Theater in Bad Säckingen mit überzeugenden Darstellern.

BAD SÄCKINGEN. Heiße Tanzszenen, glitzernder Disco-Look, Schlaghosen und die Welthits der Bee Gees: Zurück ins New York der 1970er-Jahre ging es beim Musical "Saturday Night Fever" im ausverkauften Bad Säckinger Gloria-Theater.

Dynamisch, voller Elan und Energie tanzte die internationale Musical Company in der Reihe des BZ-Theaterrings zu Songs wie "Staying Alive", "You should be Dancing", "Nights on Broadway" oder "Night Fever", die das Publikum in eine Zeit katapultierten, als der Disco-Boom auf dem Höhepunkt war. Viele haben noch den Film vor Augen, mit dem damals John Travolta schlagartig berühmt wurde. Auch das Musical von Robert Stigwood und Ryan McBryde, das in neuer Version in der Produktion von Frank Serr Showservice International zu sehen war, bringt viel vom damaligen Lebensgefühl und dem Ohrwurmsound der Bee Gees rüber.

Das etwas schlicht gehaltene Bühnenbild zeigt in mobilen Kulissen die Häuserschluchten von Manhattan, aber auch die tristen Fassaden und Hinterhöfe in Brooklyn. Obwohl das Musical von den temporeichen Choreografien und den vor Power nur so vibrierenden Tanzszenen lebt, erzählt es doch auch eine Geschichte. Die Geschichte des jungen Italo-Amerikaners Tony Manero, der in einem Farbengeschäft arbeitet, zu Hause bei seiner Mutter lebt und sich als "schwarzes Schaf der Familie" fühlt. Am liebsten hängt er mit seiner Clique ab, und das Größte für ihn ist das Tanzen. Wenn er in der angesagten Disco "2001 Odyssey" tanzt, vergisst er den trostlosen Alltag. Als ein Tanzwettbewerb ausgelobt wird, will Tony unbedingt gewinnen – mit seiner Traumfrau, der fantastischen Tänzerin Stefanie.

Marius Bingel in der Rolle des Tony ist zwar kein zweiter John Travolta, will auch keine Kopie sein, aber der junge Musicaldarsteller ist ein fabelhafter, geschmeidiger Tänzer und gibt den Tony mit all seinen Wünschen, Träumen, Zweifeln, Sehnsüchten glaubhaft und packend. Mit Haartolle, langen Koteletten, hautengen Jeans mit Schlag und offenem Hemd ist der Tony-Darsteller ein Frauenschwarm.

Sexy und hitzig aufgeladen sind die Choreografien von Hakan T. Aslan im Disco-Schuppen, wo die jungen Tänzerinnen in Hotpants und Miniröcken umher wirbeln und Fynn Dyuer-Koch als DJ Monty mit schriller Frisur, ausgeflippten Klamotten und hohem Falsettgesang die Stimmung aufheizt.

So ähnlich wie in Dirty Dancing geht es auch hier um eine Liebesgeschichte. Zum einen ist da Annette, reizend mit gefühlvoller Stimme gespielt und gesungen von Nadine Kühn, die für Tony schwärmt. Doch der hat nur Augen für die charismatische Tänzerin Stefanie. Verführerisch mit tänzerischer Extraklasse und glasklarer Stimme gibt Carina Fitzi diese Stefanie, die den Verehrer Tony zunächst abblitzen lässt. Doch wenn sie im Studio vor dem Ballettspiegel für ihren Auftritt proben, dann knistert es zwischen den beiden. Manchem im Gloria dürfte Carina Fitzi bekannt vorgekommen sein, hat diese mit akrobatischer Tanzkunst brillierende Darstellerin doch im Gloria-Musical "Happy Landing" mitgewirkt. Bis das Traumpaar sich findet, hat Tony dramatische Momente hinter sich zu bringen, Probleme in der Familie, unter den Freunden, Eifersucht wegen Stefanies Ex. Doch beim Finale sind wieder mitreißendes Disco-Feeling und energiegeladene Tanzshow angesagt.