Mutmacher für die Endrunde

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mo, 29. März 2021

Tischtennis

Tischtennis-Bundesligist ESV Weil trifft an Gründonnerstag in den Playoffs auf Schwabhausen / 2:6-Niederlage gegen Langstadt.

Egal, ob die Sonne scheint oder der Himmel ergraut ist, selbst wenn die Nacht durch die Zeitumstellung eine verkürzte war – Alen Kovac strahlt stets ein bemerkenswert fröhliches Gemüt aus. Als er am Sonntag erfuhr, dass der Playoff-Gegner des ESV Weil in der Tischtennis-Bundesliga mit dem TSV Schwabhausen fix ist, hellte dies die generell gute Laune des ESV-Trainers noch ein kleines Stückchen auf. "Wir haben zwar noch nie gegen sie gepunktet", sagte Kovac, "in einer guten Form ist für uns aber etwas drin." In das Duell geht er mit einem besseren Gefühl, als es gegen den TSV Langstadt der Fall gewesen wäre. Die Hauptrunde beenden die Weilerinnen als Fünfte und starten an Gründonnerstag in die erste Playoff-Runde gegen Schwabhausen (4.).

Langstadt (3.) schätzt Kovac etwas stärker ein, wovon er sich am Samstag bei der 2:6-Niederlage noch einmal überzeugen konnte. Mit der Leistung des ESV zeigte er sich zufrieden, auch ob der Umstände. Weil Vivien Scholz wegen eines Hexenschusses vorerst ausfällt und die Serbin Izabela Lupulesku erst am heutigen Montag mit einem negativen Corona-Test die Quarantäne verlassen kann, musste der ESV kurzerhand Janina Giarrusso aus der Reserve aktivieren. Mitte Oktober absolvierte die Oberliga-Spielerin (11:3-Siege) ihren letzten Einsatz und konnte seitdem pandemiebedingt nicht trainieren. "Am Freitag hatte sie eine Einheit", sagte Kovac, am Samstag schon spielte sie in der ersten Liga. Bei beiden 0:3-Niederlagen habe sie sich gut geschlagen, betonte der Coach, "aber der Unterschied ist einfach zu groß".

Zur Pause lag der ESV 0:4 zurück, wobei die Bilanz von 0:12-Sätzen über die teils engen Duelle hinwegtäuschte. Gegen die Weltranglisten-35. Dina Meshref aus Ägypten hielt Ievgeniia Sozoniuk mit, zwei Durchgänge verlor sie nach dem Stand von 9:9, einmal nach 8:8. Kovac sah einen spielerisch überzeugenden Auftritt der Ukrainerin, deren längerer Aufenthalt in Weil samt Training sich positiv auswirkt. "Gegenüber der Partie in Böblingen war es eine deutliche Steigerung", sagte Kovac, was auch für Polina Trifonova galt. Zwar unterlag die Bulgarin der deutschen Nummer eins Petrissa Solja (Weltranglisten-19.) mit 0:3, schlug jedoch Meshref 3:1. Sozoniuk ließ gegen Solja im ersten Durchgang einen Satzball ungenutzt, verlor indes nur 1:3. Hatte Sophia Klee gegen Franziska Schreiner (0:3) zwei Satzbälle vergeben, bestätigte sie mit dem 3:2-Erfolg über Tanja Krämer letztlich jene gute Form, die ihr Kovac erneut attestierte.

Am Sonntag wanderte dann jener 8:0-Sieg auf das ESV-Konto, der dem Aufsteiger nach der Absage von ttc berlin eastside schon sicher war. Der Primus steht ebenso wie die SV DJK Kolbermoor (2.) bereits im Halbfinale, ihre Gegner ermitteln nun die Teams auf den Plätzen drei bis sechs. Die Weilerinnen empfangen zum Playoff-Auftakt den TSV Schwabhausen an Gründonnerstag, 18 Uhr, und treten am Karsamstag, 14 Uhr, in Oberbayern an. Dort würde laut Kovac am Ostersonntag auch ein mögliches drittes Match stattfinden. Die Leistung gegen Langstadt sollte dem ESV als Mutmacher dienen.

Kompakt: Sozoniuk – Meshref 9:11, 8:11, 9:11; Trifonova – Solja 9:11, 7:11, 3:11; Klee – Schreiner 9:11, 2:11, 11:13; Giarrusso – Krämer 7:11, 4:11, 8:11; Sozoniuk – Solja 10:12, 8:11, 15:13, 5:11; Trifonova – Meshref 5:11, 12:10, 13:11, 11:8; Klee – Krämer 11:9, 11:9, 3:11, 11:13, 11:8; Giarrusso – Schreiner 3:11, 3:11, 3:11.