Energiewende

Wendet sich Frankreich vom Atomstrom ab?

Axel Veiel

Von Axel Veiel

Do, 16. Oktober 2014 um 00:05 Uhr

Ausland

Frankreich hat ein Gesetzt zur Energiewende verabschiedet. Doch bedeutet das auch die Abwehr vom Atomstrom? Die heimische Atombranche hat anderes im Sinn.

Vielleicht hat es sich einfach noch nicht überall herumgesprochen. Am Dienstagabend ist es schließlich erst passiert. Da hat Frankreichs Nationalversammlung das Gesetz zur Energiewende verabschiedet. Hier draußen vor den Toren von Paris, wo Frankreichs Atombranche bis zum heutigen Donnerstag auf dem Messegelände Le Bourget die "Welt-Nuklear-Ausstellung" ausrichtet, ist die Energiewende jedenfalls kein Thema. Weniger Atomstrom, Reaktoren abschalten, gar stilllegen? Der Atomkonzern Areva und der Stromversorger EdF, beide staatsnahe Garanten der Energieversorgung des Landes, haben anderes im Sinn. 58 Reaktoren decken 75 Prozent des französischen Strombedarfs – dabei soll es bitte bleiben.

Und draußen in der weiten Welt winkt sogar Wachstum. Gérard Kottmann, Vorsitzender des Verbands exportorientierter französischer Nuklearindustrieller (Aifen), erklimmt das Podium der Messehalle, heißt 495 Aussteller und 7000 Besucher willkommen, stimmt sie ein auf rosige Zeiten. Weltweit seien bereits 430 Atomkraftwerke in Betrieb und 70 im Bau, sagt er, was den globalen Bedarf bei Weitem nicht decke. Von sieben Milliarden Menschen habe eine Milliarde keinen Strom, weitere fünf Milliarden seien unzureichend versorgt. Es folgt der Hinweis auf das ökologische Plus der Atomenergie: Sie setzt kein CO2 frei, belastet das Klima nicht. Die Menschheit und die Atomkraft würden künftig noch enger zusammenrücken, prophezeit Kottmann.

Beifall brandet auf. Euphorisch ...

BZ-Archiv-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ