Iran-Konflikt

Chronologie: Wie sich der Konflikt am Persischen Golf aufgeheizt hat

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

So, 21. Juli 2019 um 18:09 Uhr

Ausland

Seit der einseitigen Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran durch die USA im Mai 2018 mehren sich die Spannungen im Mittleren Osten

8. Mai 2019: Am ersten Jahrestag des US-Ausstiegs aus dem Atomabkommen kündigt der Iran an, ebenfalls nicht mehr alle Regeln des Atomabkommens einzuhalten. Die Partner bekommen eine Frist von 60 Tagen, um insbesondere Geschäfte im von den USA sanktionierten Öl- und Bankensektor aufzunehmen – sonst will das Land wieder in die Uran-Anreicherung einsteigen.

12. Mai: Die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate melden Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe. Der Verdacht richtet sich gegen den Iran.

14. Mai: Drohnen greifen eine Ölpipeline des US-Verbündeten Saudi-Arabien an. Riad beschuldigt jemenitische Huthi-Rebellen, die der Iran unterstützt.

24. Mai: Die USA verstärken ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" iranischer Kräfte um 1500 Soldaten, später ist von weiteren 1000 die Rede.

13. Juni: Zwei Tanker werden bei Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt. Die Front Altair einer norwegischen Reederei gerät nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der Kokuka Courageous, ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter, berichtet von zwei Detonationen. Diese sollen nach US-Angaben von iranischen Haftminen ausgelöst worden sein. Die Hintergründe sind ungeklärt.

20. Juni: Mit dem Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch den Iran eskaliert der Konflikt, US-Präsident Donald Trump spricht von einem "sehr schweren Fehler" Teherans. Einen Militärschlag will er wegen der befürchteten Todesopfer erst in letzter Minute gestoppt haben. Weitere US-Sanktionen folgen.

4. Juli: Im britischen Gibraltar wird der unter der Flagge Panamas fahrende Tanker Grace 1 mit Öl aus dem Iran festgesetzt. Vorwurf: untersagte Lieferungen an Syrien. Teheran spricht von Piraterie.

7. Juli: Die 60-Tage-Frist vom 8. Mai ist um: "Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht", lässt Irans Regierung mitteilen.

10. Juli: Laut London versuchen drei iranische Boote in der Straße von Hormus, den Öltanker British Heritage an der Durchfahrt zu hindern. Eine Fregatte der Royal Navy habe die Boote zum Abdrehen gezwungen. Teheran bestreitet das.

18. Juli: Laut den USA vernichtet ein US-Kriegsschiff in der Straße von Hormus eine iranische Drohne, die sich genähert habe. Teheran widerspricht.

19. Juli: In Gibraltar wird entschieden, den Tanker mit iranischem Öl bis 21.8. festzuhalten. Stunden später stoppt der Iran die zwei britischen Tanker.