CORONA-SPLITTER

Martin Dahms

Von Martin Dahms

Di, 30. Juni 2020

Ausland

PORTUGAL

Zahlen steigen wieder

Mit bis heute 1564 registrierten Toten und 41 646 entdeckten Fällen bei gut zehn Millionen Einwohnern liegt Portugal zurzeit im europäischen Mittelfeld der Pandemiebewältigung. Doch nach den schrittweisen Aufhebungen der Ausgangsbeschränkungen in den vergangenen Wochen geht die Zahl der festgestellten Neuinfektionen seit dem 24. Mai wieder beständig nach oben. In den zwei Wochen bis zum 24. Juni hatte Portugal – abgesehen von Schweden – die höchste Ansteckungsrate in der EU; der Wert von 43,83 Neuinfizierten auf 100 000 Einwohner war fast vier Mal so hoch wie der spanische und etwa sechs Mal so hoch wie der deutsche.

INDIEN

Betten aus Karton

10 000 Betten aus Karton sollen Indien helfen, mit den rasch zunehmenden Corona-Infektionen zurechtzukommen. Sie stehen in einem ungenutzten Gebäude einer religiösen Sekte in Neu Delhi – dem Epizentrum Indiens. Laut Behörden kosten sie jeweils 14 Euro; außerdem würden Chemikalien auf der Oberfläche der Kartonbetten diese wasserfest und somit gut waschbar machen. Indien ist auf Platz vier der am meisten von Corona betroffenen Länder der Welt – nach Russland, Brasilien und den USA. Inzwischen gibt es dort mehr als eine halbe Million Corona-Fälle, und mehr als 16 000 Menschen sind mit dem Virus gestorben. Um mehr Platz für Kranke bereitzustellen, stattet Indien auch Züge, Hotels und Stadien mit Betten aus.

IRAN

Zu frühe Lockerungen

Im Iran sind alleine innerhalb von 24 Stunden über 160 Corona-Patienten gestorben. Das ist eine Rekordzahl und führte im Gesundheitsministerium zu ernsthaften Sorgen. Damit liege die Zahl der Toten aktuell bei 10 670 und die der Infizierten bei 225 205, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari am Montag im Staatsfernsehen. Der erneute Anstieg der Fallzahlen geschah nach Ansicht von Experten wegen der Lockerungen in den vergangenen Wochen. Nun will die Regierung von Hassan Ruhani ab kommenden Samstag für drei Wochen eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und an überdachten Orten mit größeren Menschenansammlungen einführen.

DEUTSCHLAND

Längerer Lockdown

Nach dem Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf ist das Corona-Infektionsgeschehen laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dort mittlerweile wieder unter Kontrolle. Laschet sagte am Montag, aus diesem Grunde werde der noch bis Dienstag gültige Lockdown im Kreis Warendorf nicht weiter verlängert. Im besonders stark betroffenen Kreis Gütersloh werde "aus Vorsicht" der Lockdown aber um eine weitere Woche verlängert. Auslöser des Lockdowns war ein Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies. USA

Bars wieder zu

Angesichts des rasanten Anstiegs der Corona-Infektionsfälle hat Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom erneut die Schließung der Bars in Los Angeles und sechs weiteren Bezirken des US-Westküstenstaats angeordnet. Die Bars in Los Angeles waren erst am 19. Juni wieder geöffnet worden. Auch in anderen Teilen der USA wurden erneut Beschränkungen verhängt. So untersagten die Behörden in Texas und Florida den Ausschank von Alkohol in Bars.
Die USA sind das mit Abstand von der Pandemie am härtesten betroffene Land der Welt. Wegen neuer Rekordzahlen bei den Infektionen wächst aus auch der Druck auf US-Präsident Donald Trump, mit gutem Beispiel voranzugehen und Schutzmasken zu tragen.

EUROPÄISCHE UNION

Beschränkte Einreise

Die EU-Länder wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Menschen aus den USA und zahlreichen anderen Drittstaaten vorerst aufrechterhalten. Lediglich Menschen aus 14 Ländern sollen vom 1. Juli an wieder normal in einreisen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach Einleitung eines entsprechenden Beschlussverfahrens von EU-Diplomaten erfuhr.