EVP-Spitzenkandidat

Der nette Herr Weber will Europa lenken

Daniela Weingärtner

Von Daniela Weingärtner

Mo, 08. April 2019 um 06:16 Uhr

Ausland

BZ-Plus Blütenweiße Weste, guter Zuhörer, einer aus dem Volk - so präsentiert sich Manfred Weber, CSU-Politiker und Spitzenkandidat der EVP bei der Europawahl. Ein Porträt.

Kürzlich in einem Brüsseler Café-Cabaret: Auf der Bühne steht ein deutscher Journalist in Lederhosen, eine schwarze Haartolle auf den kahlen Kopf geklebt. In stark bayerisch gefärbtem Englisch unterhält sich der Hobby-Kabarettist mit "Tscho Kloht" (Juncker), stammelt vom "Projekt Europa", von "Angela" und "Interrail". Das überwiegend britische Publikum aus dem EU-Umfeld tobt – jeder im Saal weiß, dass hier der deutsche CSU-Politiker und Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, auf die Schippe genommen wird.

Zugewandtes Lächeln, blütenweißes Hemd
Die Firma, die dafür bezahlt wird, den 46-jährigen Niederbayern als Frontmann der EVP und künftigen EU-Kommissionspräsidenten in Europa bekannt zu machen, zeichnet natürlich ein anderes Bild. Sie hat sich für das Saubermann-Image entschieden. Deshalb steckt sie den stets respektvoll und höflich auftretenden Mann mit dem zugewandten Lächeln am liebsten in ein blütenweißes Hemd mit offenem Kragen. Geht es etwas offizieller zu, soll zumindest das helle Einstecktuch im dunklen Anzug vermitteln, dass Weber eine makellose Weste hat. In kleiner Runde braucht der Profipolitiker, der schon mit dreißig Jahren bayerischer Landtagsabgeordneter war, keine PR-Agentur. Er kann gut zuhören und stellt die richtigen Fragen.

Auf seiner "Listening-Tour", die ihn in zwölf Wochen durch 27 Länder führt, verbringt er einen halben Tag im belgisch-holländisch-deutschen Grenzgebiet. Erste Station: Ein grenzüberschreitender Polizeiposten in Kerkrade, Niederlande, der die Ermittlungsarbeit bei Autodiebstählen und Drogenvergehen vernetzen soll. Als der Kandidat aus seiner schwarzen Münchner Limousine steigt, wartet das ...

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