Ein gefährlicher Konflikt

Denis Trubetskoy (n-ost)

Von Denis Trubetskoy (n-ost)

Fr, 15. März 2019

Ausland

BZ-Plus Die ukrainische Region Transkarpatien ist stark vom Nachbarn Ungarn geprägt / Die politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind so schlecht wie lange nicht.

"Sag mal, wann genau kommst du an, nach meiner oder nach eurer Zeit?", sagt Ihor aus der transkarpatischen Hauptstadt Uschhorod ins Telefon und lacht. Seine Frage, in welcher Zeitzone man denn nun lebe, irritiert, weil es in der Ukraine nur eine, die offizielle, gibt – eigentlich. Trotzdem ticken die Uhren im Lande anders, je nachdem, wen man fragt und je nachdem wohin man kommt. Auf der illegal von Russland annektierten Halbinsel Krim gilt die Moskauer Zeit, ebenso in den von prorussischen Separatisten besetzten Gebieten im Donbass.

In Transkarpatien – wo Kiew im Leben der Menschen kaum eine Rolle spielt – orientiert man sich wiederum am Nachbarland Ungarn: "An der Grenze, im Kreis Berehowe, wo die Ungarn mit 76 Prozent die Bevölkerungsmehrheit stellen, gilt nur noch die ungarische Zeit", erklärt Ihor. In Uschhorod, anderthalb Fahrtstunden Richtung Norden, "hat man sowohl Budapest als auch Kiew im Kopf."

Doch der Konflikt, den die ethnischen Ungarn Transkarpatiens mit der Regierung in Kiew ausfechten, geht weit über die Differenz der Zeitzone hinaus. Zu Beginn des Jahres schaffte es Uschhorod, mit etwa 115 000 Einwohnern die größte Stadt Transkarpatiens, sogar in die deutschen Medien. Manuel Ochsenreiter, Chefredakteur der rechtsradikalen Monatsschrift "Zuerst!" und zu dem Zeitpunkt noch Mitarbeiter des AfD-Abgeordneten Markus Frohnmaier, soll einen im Februar 2018 verübten Brandschlag auf ein ungarisches Kulturzentrum in Auftrag gegeben haben – mit dem Ziel, die ...

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