Ein Kampf für die Zukunft

Felix Lee

Von Felix Lee

Mo, 24. Juni 2019

Ausland

BZ-Plus Peking kann ein umstrittenes Gesetz in Hongkong nicht durchdrücken – doch die jungen Leute sind noch nicht zufrieden / Sie wollen mehr Demokratie und freie Wahlen.

Die rote Fahne nur zerknüllen und auf den Boden pfeffern? Das wäre kein ausreichend starkes Signal gewesen. Tony Chung, 18, zerbrach auch gleich noch die Fahnenstange, die er einem Pekingfreundlichen Gegendemonstranten bei Zusammenstößen im Mai entrissen hatte. Jemand filmte die Szene auf Video.

Der Hass auf alle Symbole des kommunistischen Regimes ist groß. Und die Fahne der Volksrepublik mit den fünf gelben Sternen nimmt hier die zentrale Stellung ein. Hongkong gehört jedoch zum chinesischen Staatsgebiet, wenn auch als Sonderverwaltungszone. Von der Bewegung wird Tony nun zwar gefeiert, er bekam aber Ärger mit der Polizei. Sie stand am nächsten Morgen vor der Tür und nahm ihn fest. "Der Kampf lohnt sich", sagt er heute. "Unsere Zukunft steht auf dem Spiel."

Die Zukunft – darum geht es hier. Die jungen Leute in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole haben das Gefühl, an der Frontlinie eines epischen Konflikts zwischen Freiheit und Unterdrückung zu stehen. Deshalb sind sie fest entschlossen, ihren Kampf fortzusetzen. "Wir machen weiter, bis wir echte Demokratie haben", sagt Bonnie Leung, 32, eine der Organisatorinnen der großen Demos, und es klingt wie ein Echo der Worte des Schülers Tony Chung.

Genau genommen hat die Hongkonger Jugend mit ihrem Protest Bemerkenswertes erreicht. Das Hongkonger Parlament sollte ein Gesetz beschließen, das die Auslieferung verdächtiger Personen an China erlaubt. "Das würde unseren Rechtsstaat untergraben", sagt Leung. "Niemand hätte sich mehr sicher fühlen können."

Das Gesetz ...

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